3D-Drucker Test: Creality CR-10 SE

Creality CR-10 SE Test 3D-Drucker

Creality CR-10 SE

399 €
4.45

Qualität / Verarbeitung

5.0/5

Einrichtung

5.0/5

Bedienbarkeit

4.5/5

Druck out of the Box

4.5/5

Druckgeschwindigkeit

4.0/5

Lautstärke

4.0/5

Druckqualität

4.0/5

Positiv

  • einfacher Aufbau
  • leichte Installation
  • automatische Nivellierung
  • X- und Y-Linearführung
  • WLAN-Verbindung
  • guter Out-Of-The-Box Druck
  • leistungsfähiges Hotend
  • schneller Druck
  • G-Sensor gegen Vibrationen

Negativ

  • etwas laut
  • keine manuelle Nivellierung möglich
  • Cura-Profil nicht optimal

Beim 3D-Drucker Creality CR-10 SE muss ich ein wenig abschweifen. Es ist jetzt etwa 7 Jahre her, da war ich noch als Redakteur fest angestellt und durfte für Heimwerker.de den Creality CR-10 testen. Und da nach dem Test innerhalb des Unternehmens kein Bedarf an einem 3D-Drucker bestand, verblieb er bei mir.

Anfangs war ich noch euphorisch, doch dann ließ das 3D-Druck-Fieber ein wenig nach. Vergessen wurde es jedoch nie und wenn Bedarf an einem Druckteil zu Reparaturzwecken bestand, habe ich den CR-10 vom Dachboden geholt, mal wieder Repetier Host installiert, den Drucker angeschlossen und gedruckt.

Probleme hat er trotz der schwankenden Temperaturen auf dem Dachboden nie gemacht. Trockene Luft, feuchte Luft, 35 °C im Sommer, 10 °C im Winter… Alles egal, der CR-10 funktioniert einfach.

Zwischen CR-10 und CR-10 SE liegen Welten

Jetzt – 7 Jahre später – steht der Karton des Creality CR-10 SE vor mir und es wird deutlich, dass sich einiges geändert hat. Das Druckbett ist mit 220 x 220 mm zwar etwas kleiner geworden, die Druckgeschwindigkeit hat sich dafür mehr als 7-facht.

DrucktechnikFDRM (Filament-Drucker)
Bauraum220 x 220 x 625 mm
Gesamtgröße490 x 470 x 480 mm
KonnektivitätUSB, WLAN und Cloud
Schichthöhe0,1 bis 0,35 mm
Toleranzen 0,1 mm (auf 100 mm)
max. Geschwindigkeit600 mm/s
max. Beschleunigung8000 mm/s
Filamentdurchmesser1,75 mm
Hotend60 Watt Heizer
Hartmetall-Düse bis max. 300 °C
max. Durchfluss 32 mm³/s
Extruder„Sprite“ Direktantriebsextruder
65 N Extrusionskraft
druckbare MaterialienPLA, PETG, PET, TPU, PLA Wood, ABS, ASA, PA, PLA-CF
BedienungTouchscreen, PC, Smartphone
Aufheizzeit Druckbett 25 – 100 °C – 2:17 min
Druckbett 25 – 100 °C – 6: 25 min
Hotend 25 – 200 °C – 39 Sekunden
Herstellerangaben (Aufheizzeit selbst gemessen)

Aufbau des Creality CR-10 SE

So wie damals die meisten 3D-Drucker noch als sogenannter Bausatz geliefert wurden, besteht der Aufbau heute nur noch darin, den Turm für die Z-Achse anzuschrauben und diverse Kleinteile anzubringen. So ist es auch beim Creality CR-10 SE.

Beim Befestigen des Turms ist es sinnvoll, den Karton auf dem Tisch zu belassen. So kann das Unterteil auf die Seite gekippt und der Turm daneben gelegt werden, ohne auf dem Motor oder den Riemenspanner aufzuliegen.

Sind die vier Schrauben angezogen, müssen noch Display, Beleuchtung, Filamenthalter und Filemantsensor angebracht und die Kabel angesteckt werden. Dank Beschriftung und passender Steckverbindungen ist das alles kein Problem.

Was mir dabei allerdings etwas missfällt, ist die lose Kabelführung. Hier hätte man sich etwas besseres einfallen lassen können. Es bietet sich aber auch kein Punkt an, das Kabel zum Hotend irgendwie zu befestigen oder etwas zu führen.

Einrichten für den ersten Probedruck

Nach dem Aufbau erfolgt das erste Einschalten und nach rund 25 Sekunden wird man aufgefordert, die gewünschte Sprache einzustellen. Immerhin 10 stehen zur Auswahl.

Anschließend noch die AGBs bestätigen und das WLAN einrichten und schon steht man vor der Frage, ob man sich mit der Cloud verbinden möchte oder nicht. Für den Drucker ist das nicht wirklich relevant und bisher bin ich auch gut ohne ausgekommen.

Nach dem Überspringen der Cloud-Verbindung, möchte sich der CR-10 SE selbst überprüfen und man wird aufgefordert die Erkennung zu starten. 11 Minuten soll sie dauern, ist aber bereits nach knapp 9 Minuten erledigt.

Der erste Eindruck des Creality CR-10 SE

Natürlich spürt man bereits am Aufbau, ob etwas labil oder besonders stabil ist. Da gibt es am CR-10 SE absolut nichts auszusetzen. Ich habe mir in letzter Zeit aber einige 3D-Drucker angesehen und wirklich geschwächelt hat da keiner.

Also sehen wir uns ein paar Details an. Positiv ist schon mal der Filamentsensor, der rechtzeitig warnt, falls das Filament zur Neige geht.

Sehr gut gefällt mir auch die Beleuchtung, die als Bogen die gesamte Druckfläche recht gut ausleuchtet. Unterm Druckkopf bleibt es allerdings dunkel.

Vom Extruder ist natürlich nicht viel zu sehen, die manuelle Bedienung aber gut umgesetzt. Der Bügel zum Entspannen der Zahnräder ist leicht zu bedienen und ein größtenteils versenktes Zahnrad, lässt den Extruder auch manuell fördern oder zurückziehen.

Stabile Führung der Achsen

Auch die verbaute Technik und die Führungen können sich sehen lassen. Die Z-Achse wird von zwei Motoren angetrieben und ein Zahnriemen oberhalb sorgt für einen synchronen Lauf.

Geführt wird die Z-Achse auf typischen Profilen und je drei Rollen pro Seite, wovon sich eine mittels Exzenter gut justieren lässt. Nach erster Prüfung ist aber alles perfekt vorbereitet.

Die X- und Y-Achsen erfordern ebenfalls keine Einstellung, hierbei handelt es sich um Linearführungen mit Kugellager. Beide laufen ruhig und bieten kein Spiel.

Nivellieren des Druckbettes

Funktioniert nur automatisch! Und das finde ich schon ein wenig schade. Klar ist es toll, dass einem heute solche Arbeiten abgenommen werden und sich der Drucker sein Bett selbst mit 49 Messpunkten ausmisst.

Der Screenshot zeigt aber auch, dass das Bett links 0,275 mm hängt und das ließe sich super manuell korrigieren.

Die automatische Nivellierung ist zwar einfach sollte aber nur Unebenheiten und keine Schräglagen ausgleichen. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als etwas unterzulegen oder die Spindel der Z-Achse zu verdrehen.

Nach diesen Korrekturen, sieht es mit 0,194 schon deutlich besser aus. Die restliche Toleranz liegt innerhalb der Druckplatte und lässt sich schwerlich korrigieren.

Bedienung des Creality CR-10 SE

1. am Touch-Display

Der Creality CR-10 SE kommt wie der Creality K1 mit einem 4,3 Zoll Touch-Display. Das macht vieles sehr einfach. Dennoch muss ich sagen, dass es ein erheblicher Unterschied ist, ob das Display hochkant oder quer genutzt wird.

In Querlage, wie beim Creality K1, ist die Bedienung angenehmer. Auch die Touch-Funktion und die Qualität wirkt beim K1 besser. Mehr Kontrast, mehr Leuchtkraft und auch die Auflösung scheint besser zu sein.

Ansonsten ist die Bedienung identisch und es steht einem einfach alles zur Verfügung. Von der Einrichtung über den Filamentwechsel bis zum Ausdruck geht einfach alles. Optional, lässt sich auch die Kamera und KI-Fehlererkennung nutzen.

2. im Browser

Gibt man im Browser die IP des Druckers ein, öffnet sich die Bedienoberfläche von Creality Print. Der aktuelle Druck ist zu sehen, der Druckkopf lässt sich verfahren und gespeicherte Dateien können gedruckt werden.

Wird die optionale Kamera angeschlossen, wäre hier auch das Live-Bild zu sehen. Dazu gibt es eine Grafik zum ausgemessenen Druckbett.

3. über Creality Print

Ich weiß, viele schimpfen, dass in Creality Print eine recht alte Cura-Version schlummert und dadurch einige Funktionen fehlen. Allerdings kommen diese Funktionen erst zum tragen, wenn man sich wirklich intensiv mit dem 3D-Druck auseinander setzt.

Spätestens dann wird er gerootet, um noch mehr Möglichkeiten zu haben. Aber so weit gehen wir erst einmal nicht und bleiben beim typischen Nutzer eines 3D-Druckers. Der lädt sich Dateien oder konstruiert sie, schickt sie durch den Slicer und druckt.

Dafür findet er in Creality Print alles was er benötigt. Die Funktionen zum Drehen, Skalieren oder Schneiden des Druckteiles sind mehr als umfangreich und auch an der Qualität des Druckbildes kann enorm gearbeitet werden.

Dazu lassen sich Profile für Drucker und Filamente anlegen und wirklich sehr viel einstellen. Mehr braucht ein guter Slicer nicht.

Creality Print für mehrere Drucker

Das schöne an Creality Print ist aber, dass die Software alles vereint. Die Druckmodelle lassen sich laden, bearbeiten, slicen und mit einem Klick an der Drucker schicken – sofern dieser wie der CR-10 SE mit WLAN ausgestattet ist.

Besitzt man mehrere Drucker von Creality, können diese sogar zusammen verwaltet werden. Obendrein lässt sich einstellen, dass beim Druckstart nur relevante Drucker angezeigt werden. Wird ein Druckteil für den CR-10 SE gesliced und soll gedruckt werden, wird der Creality K1 beispielsweise nicht angezeigt.

Out of the Box mit dem Creality CR-10 SE

Wie jeder Drucker, muss auch der Creality CR-10 SE sein Benchy drucken. Genutzt wird hierfür die auf dem Stick gespeicherte stl-Datei. Die gibt es eigentlich zu jedem 3d-Drucker und es ist davon auszugehen, dass der Hersteller hierfür schon an den richtigen Rädchen gedreht hat, um das Optimum aus seinem Drucker zu holen.

Gedruckt wird mit einem orangen PLA von Bambu Lab. Davon habe ich zwei Rollen, nutze es ansonsten nicht und so können alle zukünftigen Testdrucker dasselbe Filament nutzen.

Der Druck des Benchy dauert 25 Minuten. Damit ist der Creality CR-10 SE so schnell wie der Artillery Sidewinder X3 Pro aber 4 Minuten langsamer als der Creality K1. Aber hört man sich in der 3D-Druck Community um, steht die Geschwindigkeit gar nicht so im Vordergrund.

Was allerdings ein wenig im Vordergrund steht, ist die Geräuschkulisse von 65 dB. Die ist nicht zu unterschätzen und dauerhaft möchte man das sicherlich nicht neben sich haben.

Am fertigen Ausdruck gibt es wiederum wenig auszusetzen. Das Z-Offset stimmt und das kleine Benchy haftet gut aber nicht zu fest an der Druckplatte.

Die Flächen sehen gut aus und die einzelnen Layer liegen in guten Schichten aufeinander. An der Tür und dem Fenster sieht man nur minimal Hänger, was absolut im Rahmen ist.

Nicht ganz so perfekt wirkt der Blick von oben. Teilweise sind Lücken zwischen den einzelnen Linien zu erkennen, was an ein wenig Unterextrusion liegen könnte.

Der Sidewinder X3 Pro und der K1 zeigten ein ähnliches Bild, wenn auch nicht so deutlich. Ich würde daher tatsächlich auf das Filament tippen, was etwas andere Einstellungen benötigt. Insgesamt sieht Benchy aber gut bis sehr gut aus.

Qualitätsdruck mit 0,1 mm Layer

Für diesen Test drucke ich einen kleinen Yedi mit deutlichem Überhang und Stützen. Die Einstellungen sind dabei immer identisch:

  • Layer: 0,1 mm
  • Speed 150 mm/s
  • Wall: 2
  • Top Layer: 8
  • Infill: 15% Grid
  • Temperatur: 220 / 60 °C
  • Kühlung 100 %

Das Ergebnis ist so na ja. Trotz der geringen Layerhöhe sind einzelne Schichten teilweise deutlich zu sehen und stehen etwas hervor. Das hat der Creality K1 mit identischen Einstellungen deutlich besser hinbekommen und hier müsste man sich auf die Fehlersuche begeben.

Ein zweiter Versuch der bereits gespeicherten Filamentführung zeigt, dass der Creality CR-10 SE wirklich sauber drucken kann. Vielmehr brauchen wohl die Druckprofile noch etwas Feinarbeit.

Die Einstellungen zum Support passen. dieser lässt sich sehr leicht entfernen und hinterlässt kaum Spuren.

Fazit zum Test Creality CR-10 SE

Der Creality CR-10 SE ist ein schöner Drucker mit zwei Linearführungen. Weder an der Verarbeitungsqualität noch an der Ausführung gibt es etwas zu kritisieren.

Sehr gut gefällt natürlich die WLAN-Anbindung und, dass sich die damit eingerichteten 3D-Drucker gemeinsam verwalten lassen.

Der Selbsttest, G-Sensor und die automatische Nivellierung vereinfachen die Arbeit mit dem Drucker und ermöglichen es auch Einsteigern, gute Ergebnisse zu erzielen. Schade ist allerdings, dass sich das Bett nicht zusätzlich manuell nivellieren lässt.

Ganz auf die automatischen Funktionen und die Einstellungen ab Werk sollte man sich jedoch nicht verlassen. Der Druck mit einem 0,1 mm Layer zeigt, dass da noch deutlich mehr Potential ist.

Das Gesamtpaket Creality CR-10 SE erhält auf jeden Fall eine Kaufempfehlung. Trotzdem würde ich zum Creality K1 tendieren. So groß ist der Preisunterschied nicht und der K1 hat im Test noch etwas besser abgeschnitten.

Creality CR-10 SE Test 3D-Drucker

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