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Testen, Bewerten, Geld zurück? Von Amazon gesperrt!

Freier Redakteur und Produkttester

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„Bleib zu Hause“ ist aufgrund von Corona leider überall zu lesen und vermutlich auch der einzige effektive Weg um den Virus einzudämmen. Leider nutzen das viele dunkle Gestalten aus.

Man ist also ein guter Mitmensch und bleibt in den eigenen vier Wänden. Was macht man da den ganzen Tag? Arbeiten fällt für viele ja leider auch flach.

Nachdem sich der erste Arbeitsanfall beruhigt hat und die gesamte Wohnung mal wieder gründlich gereinigt oder gar renoviert wurde, bleibt halt nur noch der PC oder das Handy. Dann wird gesurft, gezockt und Facebook durchgescrollt.

Da erscheinen aktuell häufig Angebote, wie „Teste und behalte“ oder „Teste und bekomme Dein Geld zurück“. Verlockend, denn man hat ja schließlich viel Zeit und wieso sollte man sich eine solche Chance entgehen lassen?

Werde ich ein Test-Betrüger?

Als erfahrener Schreiber von Testberichten hat mich natürlich interessiert, was dahinter steckt und ich habe einen solchen Anbieter angeschrieben.

Ich habe das Glück, dass ich weiterhin meiner Arbeit ohne Einschränkung nachgehen kann. Dennoch und gerade aufgrund meiner Tätigkeit bin ich sehr aktiv im Netz und auf Facebook.

Da ich mich zufällig auf Amazon auch noch nach einer Smartwatch umgesehen habe, bin ich für die gerade genannten „Angebote“ ein gefundenen Fressen.

Klickt man diese aus Interesse an der gezeigten Uhr auch noch an, vermehren sich die Anzeigen und man wird regelrecht damit zugeschütten.

Auf eine Antwort musste ich nicht lange warten und schnell wird klar, was die Anbieter von einem wollen.

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Die Angebote sind immer ähnlich: Wenn du einen Amazon-Account hast, kannst du kostenlos testen.

Was steckt hinter dem Angebot „Werde Tester und behalte“

Das Prinzip ist recht plausibel und einfach erklärt:

  1. Kaufe ein bestimmtes Produkt bei Amazon.
  2. Teste das Produkt.
  3. Schreibe eine Produktbewertung auf Amazon zum Produkt.
  4. Bekomme den bezahlten Preis per Paypal zurück.

Grundlegend klingt das gut und geht man davon aus, dass ich mir ja eh eine einfache Smartwatch kaufen wollte, auch gar nicht so verkehrt. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, denn so ein großes Herz haben die Anbieter wohl kaum, dass sie Waren für eine kleine Amazon-Bewertung verschenken.

Die „gütigen“ Anbieter hinter den Angeboten möchten natürlich ausschließlich positive Bewertungen dafür haben. Und nur dann bekommst Du den Kaufpreis erstattet. Das geht auch klar aus dem Dialog zwischen dem Anbieter und mir hervor:

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Screenshot – Facebook Messenger

Mit diesem Hintergrund ist eine solche Bewertung natürlich nicht mehr fair und auch Amazon hat hier ein Wörtchen mitzureden. Sieht man sich nämlich die recht einfach gehaltenen Regeln von Amazon zu Rezensionen an, steht dort ganz klar:

Im Folgenden finden Sie die Arten von Rezensionen, die wir nicht erlauben und entfernen:

– Eine Rezension als Gegenleistung für eine finanzielle Vergütung.

Kundenrezensionen Amazon.de

Und genau das ist der Haken. Man kauft das Produkt auf Amazon und erhält den Kaufpreis privat über Paypal zurück. Das heißt, im Grunde bekommt man nicht den Kaufpreis erstattet, sondern wird für die Bewertung bezahlt. Das wird von Amazon nicht tolleriert.

Warum soll man erst kaufen und bekommt hinterher den Kaufpreis erstattet?

Amazon möchte verhindern, dass es endlos viele Fake-Bewertungen zu Produkten gibt. Daher darf man zwar zu jedem Produkt eine Rezension verfassen, aber gewertet werden nur Bewertungen von „verifizierten“ Käufern. Das heißt, sinnvoll ist eine Bewertung nur dann, wenn das Produkt über Amazon gekauft wurde.

Genau darum bekommt man den Kaufpreis auch nicht über Amazon sonder privat per Paypal erstattet, andernfalls wäre der Kauf rückwirkend ungültig und man selbst kein „verifizierter Käufer mehr. Dadurch ist auch die „bezahlte Bewertung“ für Amazon fast nicht mehr nachvollziehbar. Fast!

Der Dumme ist hinterher der Kunde

Man kauft bei Amazon ein Produkt und schreibt hinterher eine Bewertung dazu. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang und von der Erstattung des Kaufpreises weiß ja keiner. Warum sollte man das nicht ausgiebig nutzen und so zu vielen kostenlosen Produkten kommen?

Es stimmt schon, dass der Vorgang kaum nachvollziehbar ist und der Betrug eigentlich nicht auffliegen kann. Aber die Leute von Amazon sind ja nicht dumm. Sie haben auch Facebook und können solche Vorgänge beobachten. Sie sehen genau, welche Anbieter diese Masche anbieten und vor allem welche Käufer mehrere Produkte solcher Anbieter sehr gut bewerten.

Amazon hat zwar vermutlich keine Beweise dafür (wer weiß schon, was im Netz alles ausgelesen wird), aber Amazon hat das Hausrecht. Und wenn Amazon sagt, du darfst aus dem einen oder anderen Grund nicht bewerten, dann ist das halt so und am Ende ist der Käufer der Dumme. Dann werden nicht nur alle bereits abgegebenen Bewertungen des Käufers gesperrt, sondern er darf auch keine mehr abgeben. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass man komplett für Amazon gesperrt wird. Ist es das wert?


Erfahrungen eines Nutzers

Um hier nicht nur von Theorien zu schreiben, habe ich den Kontakt eines solchen „Testers“ gesucht und ihn in Thomas gefunden.

Thomas ist arbeitssuchend, lebt von Hartz IV und da das Geld knapp war, hatte er gehofft, kostenlos an ein paar Sachen zu kommen, die er sich so sicher nicht gekauft hätte.

Ich bin halt durch Krankheit arbeitsunfähig und Hartz 4 Empfänger. Da war sowas zu testen ganz gut und ich konnte Geld sparen.

Gespräch mit Thomas

Der Kontaktaufnahme erfolgte, wie bei mir, über Facebook und anschließend dem direkten Gespräch per Messenger.

Im Grunde ging es nur um kleine Dinge, wie Wecker, Kopfhörer oder ein Nagel-Set. Nichts, wofür es sich lohnt, das Risiko einer Sperre einzugehen. Sofern man denn die Folgen überhaupt kennt. Thomas kannte sie damals noch nicht.

Leider half es ihm auch nicht, dass er sogar reell und nicht nur überdurchschnittlich bewertet hat. Den Mitarbeitern von Amazon beziehungsweise einer Software fällt es natürlich auf, wenn stets Produkte eines Anbieters oder Produkte dafür bekannter Anbieter bewertet werden. Irgendwann kommt die Reaktion darauf und sämtliche bisher abgegebenen Bewertungen wurden gelöscht. Auch neue Bewertungen können nicht mehr abgegeben werden.

Naja bei mir war es so, ich habe irgendwann ne eMail bekommen und da stand drin, dass ich gegen irgendwas verstoßen habe. Wenn ich weiter machen würde, könnte ich strafrechtlich verfolgt werden und dann haben sie nach und nach meine Bewertungen gelöscht.

Gespräch mit Thomas

Was mache ich jetzt mit meinem Testprodukt?

Um diesen Beitrag schreiben zu können, musste ich den Kontakt zu einem solchen Anbieter suchen und zum Teil auch auf sein Angebot eingehen. Das heißt, ich habe ihn aufgrund der angezeigten Werbung angeschrieben, das vorgeschlagene Produkt gekauft und anschließend bewertet.

Dennoch kann ich sagen, dass ich bis zu diesem Punkt nicht gegen die Regeln von Amazon verstoßen habe. Falsch wäre es, wenn ich mich anschließend dafür bezahlen lassen würde oder, wie es der Verkäufer ausdrückt, wenn er mir den Kaufpreis erstattet.

Genau an dieser Stelle habe ich mich ausgeklingt und den Kontakt abgebrochen. Eine Erstattung des Kaufpreises war nicht geplant und fand auch nicht statt.

Denn:

  1. bin ich bereit, für einen interessanten Artikel etwas zu investieren.
  2. hat mir die gekaufte Uhr richtig gut gefallen und ich würde sie mir jeder Zeit wieder für den Preis kaufen.

Gerade bei der Uhr fällt aber auch auf, dass es extrem viele Bewertungen gibt. Wahrscheinlich sind nicht alle echt (ich möchte nichts behaupten), sie können aber auch nicht alle gekauft sein. Eine solche Investition des Anbieters in die Bewertung ist kaum vorstellbar und macht auch keinen Sinn, denn wo bleibt dann der Verdienst?

Test Smartwatch
Link führt zu Amazon

Ich möchte Euch auch nicht vorenthalten, was ich gekauft und wie ich bewertet habe.

Beim gekauften Produkt handelt es sich um eine günstige Smartwatch von Willful (gibt es sicher auch unter anderen Namen) mit Tracker. Oder vielleicht eher einem Tracker mit Touch-Display und smarten Funktionen.

Aber genau das ist es, wonach ich schon eine Weile gesucht habe. Ich bin weder Sportler noch möchte ich einen großen Klumpen am Arm haben, der mehr als mein Smartphone kann. So ein handliches Zwischending ist absolut ausreichend. Das erfüllt die Uhr und darum gefällt sie mir. Hier geht es zu meiner Rezension.

Keine Bilder zur Rezension? Das kennt man bei meinen Testberichten eigentlich nicht. Aus irgendeinem Grund ist es aber aktuell nicht möglich, Bilder hochzuladen. Meine Anfrage dazu wurde von Amazon mit „Corona“, „Schutz der Mitarbeiter“ und „reduzierten Funktionen“ begründet. Klingt irgendwie komisch. Ich vermute mal, dass aktuell große Büroräume nicht besetzt sind und die eingeschränkten Funktionen die wenigen Mitarbeiter, die die Rezensionen prüfen, entlasten sollen. Anders kann ich es mir nicht erklären.


Fazit: Testen, Bewerten, Behalten! So einfach?

Der Ablauf ist einfach: Man bestellt ein vorgegebenes Produkt auf Amazon, bewertet es positiv und bekommt (privat) vom Anbieter den Kaufpreis zurück. Laut vielen Meinungen auf Facebook scheint das auch reibungslos zu funktionieren.

Allerdings verstößt man damit gegen die Vorschriften von Amazon, da man offiziell nicht den Kaufpreis zurück erhält (dann müsste es über Amazon laufen), sondern für seine positive Rezension bezahlt wird.

Fällt Amazon auf – und das tut es irgendwann – , dass man gegen die Regeln verstößt, werden alle bisher abgegebenen Rezensionen gelöscht und man wird für weitere gesperrt. Direkte Fälle sind mir nicht bekannt, man kann aber davon ausgehen, dass man sogar komplett von Amazon vor die Tür gesetzt wird.

Neben der rechtlichen Lage, fördern solche Sachen natürlich eins – ungerechte und vor allem falsche Bewertungen. Bevor ich etwas kaufe, lese ich gern private Meinungen dazu. Sind diese gefakt, spiegeln sie einen falschen Eindruck wieder.


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