Ob wir wollen oder nicht (ich warte sehnsüchtig), der Sommer wird kommen! Und dann schwitzen wir wieder. Selbst dann, wenn wir nur am Schreibtisch arbeiten.
Unser Haus ist sehr gut gedämmt und bietet auch wenig Wärmespeicher. Das heißt, über Nacht lüften, die kühlere Luft in das Haus lassen und schon ist der nächste warme Tag bei maximal 24 °C im Haus gut zu ertragen.
Eine Klimaanlage würde sicher Abhilfe schaffen, nur die sind teuer, benötigen viel Energie und nicht jeder darf sie installieren. Bei uns würde sich diese auch nicht rentieren, da es immer recht angenehm im Haus ist.
Etwas “Abkühlung” bringt ein Ventilator, wie der SwitchBot Standventilator. Warum ich Abkühlung in Anführungsstriche gesetzt habe, erkläre ich gleich.
Technische Daten SwitchBot Standventilator
| Abmessungen (L x B x H) | 335 x 290 x 995 mm alternative Höhen: 469 und 732 mm |
| Gewicht | 3350 g |
| Lüfterdurchmesser | 190 mm |
| Luftleistung | 9,15 m³/min (Luftstrom) 6,1 m/s (Windgeschwindigkeit) 27 m (Luftstrom-Reichweite) |
| Schwenkbereich | 90 ° horizontal 100° vertikal |
| Lautstärke (Herstellerangabe) | Babymodus: 22 dB Lüfterstufe 2: 28 dB Lüfterstufe 9: 44 dB |
| Konnektivität | Bluetooth (BLE) |
| Anschlüsse | C7 230 V (Eurostecker-Kabel) USB-C |
| Akku | Li-Ion 4,7 V 3600 mAh |
| Besonderheiten | bürstenloser Motor LED-Beleuchtung App Sprachsteuerung (über Hub) |
Ventilatoren kühlen nicht!
Ja, auch wenn wir ein anderes Gefühl haben, es ist nunmal ein Fakt – Ventilatoren kühlen nicht. Im Gegenteil, sie erhöhen durch die eigene Abwärme sogar die Raumtemperatur. Das allerdings kaum spürbar.
Aber woher kommt dann das kühle Gefühl? Das ist recht einfach erklärt. Unser Körper hat eine Temperatur von 37 °C und wir geben dauerhaft Wärme an unser Umfeld ab.
Da Luft ein sehr schlechter Wärmeleiter ist, bildet sich eine Art Wärmepolster auf unserer Haut und wir spüren lediglich die von uns erwärmte Luft und nicht die tatsächliche Raumtemperatur.
Kommt ein Ventilator zum Einsatz, bläst dieser das Wärmepolster um unseren Körper weg und dann spüren wir die echte und kühlere Raumtemperatur. Nur dadurch entsteht der kühlende Eindruck des Ventilators.
Wen das tiefer interessiert, der kann sich bei Wikipedia zum Begriff “gefühlte Temperatur” und/oder “Windchill” belesen.
Aufbau des SwitchBot Standventilators
Im Grunde muss der SwitchBot Standventilator nicht aufgebaut werden, denn was man dabei vornimmt, ist eine Größenänderung und ist somit eher eine Ausstattung als ein Aufbau.
Geliefert wird der Ventilator in vier Teile. Einem Fuß (in dem der Akku steckt) zwei Standrohren und dem eigentliche Ventilator.
Ob man den Ventilator direkt auf den Fuß schraubt oder eins/zwei Standrohre dazwischen setzt, bleibt jedem selbst überlassen. Kommt halt darauf an, ob man einen Tisch- oder Standventilator möchte.
Interessant finde ich, wie die Energie vom Akku im Fuß zum Ventilator geleitet wird. Dazu gibt es gefederte Kontakte und Schleifringe, die im Fuß und den Rohrverlängerungen gleich ausgeführt sind.
Funktionen die mir neu sind
Wenn ich an einen Ventilator denke, dann hat dieser ein drehendes Lüfterrad, ein Schutzgitter drumherum, verfügt meist über drei Leistungsstufen und sollte bei Bedarf möglichst auch schwenken. Das war es schon. Oder kennt ihr das anders?
Mit dem SwitchBot Standventilator wird es ein wenig anders und das bezieht sich nicht nur auf die Art der Höhenverstellung, bei dem die Rohrstücke ein- und ausgebaut werden. Da ist noch mehr.
Eine Fernbedienung – ja das ist toll! Mit Ventilator einschlafen und wird man nochmal wach, kann man ihn ausschalten, weil der Wind inzwischen kühle Luft durchs Fenster schiebt. Ja, die beigelegte Fernbedienung sammelt Pluspunkte. Vor allem, weil sich mit ihr alle Funktionen einstellen lassen.
Ein Timer – auch super! Damit kann man mit Venti einschlafen und muss ihn nachts nicht mal per Fernbedienung wieder ausschalten. Klar, auch eine Timerfunktion ist klasse.
Licht am Venti? Für mich ganz klar kein Kaufkriterium, aber wenn es da ist, wird es sicher auch genutzt. Vielleicht beim Fernsehen als dezente Hintergrundbeleuchtung? Oder im Kinderzimmer in Kombination mit dem Timer als Nachtlicht?
Schwenken – ganz klar, das muss ein Ventilator können. Wie weit ist mir fast egal, Hauptsache es gibt immer mal einen kühlen Luftzug und man wird nicht dauerhaft angeblasen.
Vertikales Schwenken? Jetzt bin ich ein wenig überfordert. Wann, wie und Wo nutzt man das? Macht das Sinn? Ich weiß es nicht.
Eventuell empfinden es einige als angenehmer, wenn beide Schwenkrichtungen kombiniert werden und dadurch ein zufällige Luftbewegung entsteht.
Hilfreich ist es auf jeden Fall, wenn ein Raum an einem Punkt beheizt wird und sich die Wärme im gesamten Raum verteilen soll. Da kann ich jedoch nicht mitreden, da es in unserem Energiesparhaus überall gleich warm ist.
Der SwitchBot Standventilator ist smart
Nein, ist er nicht. Zumindest nicht alleine. Alleine bietet er nur Bluetooth und kann lediglich am Gerät selbst, mit der Fernbedienung oder per App bedient werden. Auch wenn der Hersteller mit Matter und Sprachsteuerung wirbt, funktioniert das nur, wenn ein entsprechender Hub von SwitchBot verwendet wird.
Ist ein Hub vorhanden und gibt es vielleicht noch weitere Sensoren, lässt sich damit natürlich einiges anfangen. So könnte der im Hub 3 genutzte Temperatursensor genutzt werden, um den Ventilator ab 25 °C mit horizontaler oder vertikaler Schwenkung auf Stufe XY mit Nachttlich zu starten.
Ebenso ist es über Alexa möglich und das nutze ich gern für die Beleuchtung im Büro, den SwitchBot Standventilator auszuschalten, sobald sich 10 Minuten im Büro nichts bewegt. Eventuell bin ich ja bei der Arbeit eingeschlafen.
Die möglichen Aktivitäten über Alexa sind allerdings begrenzt. Mehr als an/aus und Lüfterstufe ist in Routinen nicht möglich. Als Direktwahl sind zusätzlich noch das Licht und auch die Schwenkfunktionen aktivierbar.
Diese Funktionen sollten sich auch über Sprachbefehle steuern lassen, allerdings gibt es keine mir bekannte Befehlsliste. Bei mir im SwitchBot Standventilator Test funktionierten lediglich folgende Dinge:
- Alexa, Ventilator an/aus.
- Alexa, Ventilator Lüftergeschwindigkeit 1-100.
“Ventilator” selbst vergebener Gerätename.
Bedienung des Standventilators
Was genau ist nun wie möglich? Zur Verfügung stehen 3 Bedienmöglichkeiten, die grundsätzlich alle dasselbe bieten – Sensortasten am Standfuß, eine IR-Fernbedienung und die App.
Die App des SwitchBot Ventilators
Im Prinzip besitzt der SwitchBot Standventilator keine eigene App, sondern wird in die App von SwitchBot integriert. Ähnlich wie bei Tuya oder SmartLife, bei der es die Große App für alle Geräte, Verknüpfungen und Szenen gibt und tippt man ein Gerät an, öffnen sich die Funktionen des Gerätes.
SwitchBot stuft das beim Standventilator allerdings ein klein wenig ab und beim ersten Anklicken können bereits Grundfunktionen (an/aus und Modus-Wahl) ausgewählt werden. Erst ein Klick auf “mehr” öffnet alle Funktionen. Auf Wunsch lässt sich der Zwischenschritt aber auch deaktivieren.
Ist man dann in der Ansicht des SwitchBot Standventilators, zeigen sich die Möglichkeiten sehr spartanisch. Ventilator an und die zwei Stufen der Beleuchtung können aktiviert werden – mehr gibt es nicht.
Die richtigen Funktionen offenbaren sich erst, wenn der Venti eingeschaltet wurde. Dann zeigen sich zusätzlich die Modusauswahl, die Leistungsregulierung, die Oszillationsrichtungen, ein Timer und sogar Zeitpläne können eingestellt werden.
Zusätzlich gibt es noch weitere Einstellungen, die sich über das Zahnrad-Symbol aufrufen lassen. Hier können Name, zugeordneter Raum, Sprachsteuerungen, Akku-Stand und weitere Geräteinformationen abgerufen oder geändert werden.
Interessant finde ich die “Fortgeschrittenen Einstellungen”. In diesem Menü können das Display im Fuß, der Bestätigungston oder die Tastensperre am Gerät aktiviert/deaktiviert werden.
Gut gefällt dabei die “automatische Frontausrichtung, mit der sich der SwitchBot Standventilators beim Ausschalten immer wieder in seine Ausgangsposition begibt.
Steuerung am Gerätefuß
Gleich vorweg – Sinn macht für mich die Bedienung am Fuß des SwitchBot Standventilators nur, wenn man ihn ohne Verlängerungen als Tischventilator nutzt. Ansonsten würde ich mich nicht bücken wollen und lieber zur Fernbedienung greifen.
Die Einstellungsmöglichkeiten am Gerät sind natürlich identisch zur Fernbedienung. Licht, Timer, Schwenkrichtungen, Moduswahl und die neun Leistungsstufen – alles ist da. Selbst ein kleines Display, auf dem die Einstellungen angezeigt werden.
Fernbedienung zum Standventilator
Gleich ein positiver Punkt – die Fernbedienung hat ihren Platz Zumindest wenn man den SwitchBot Standventilator gerade nicht fernbedienen möchte. Dann wird die Fernbedienung nämlich auf der Rückseite in einer magnetischen Passform gehalten. Das ist gut gelöst.
Wird die Fernbedienung genutzt, fällt sie mit einem Durchmesser von gerade mal 6 cm und mit einer Stärke von knapp 1 cm ziemlich klein aus. Dennoch bietet sie dieselben Funktionen wie die Bedienung am Gerät selbst.
Beleuchtete Tasten gibt es zwar nicht, jedoch ist die Richtung der Fernbedienung erfühlbar und auch die Tasten selbst sind erhaben. Nach zwei Tagen weiß man, welche Taste sich unter welchem Buckel befindet und kann die Fernbedienung auch blind nutzen
Der SwitchBot Standventilator im praktischen Test
Beginnen wir mit der Lautstärke, die SwitchBot mit 22 dB angibt. Nun sitze ich hier gerade in meinem Büro an diesem Testbericht und abgesehen von meinem wirklich leisem Rechner, der auch noch in einem Schrank steht, höre ich nichts.
Das Messgerät neben mir zeigt 34 dB an, was laut dem Internet einem sehr ruhigen Schlafzimmer mit tickender Uhr entspricht. Die angegebenen 22 dB des Herstellers wären daher kaum wahrnehmbar und genau das bestätigt auch meine Messung im Abstand von etwa 40 cm, die 35 dB anzeigt
Auf der 5. Leistungsstufe wird es bereits etwas lauter und das Messgerät zeigt knapp 46 dB an. Das entspräche einem Flüstern. Allerdings messe ich in einem Abstand von etwa 40 cm. Steht der SwitchBot Standventilator am Fußende des Bettes, beträgt der Abstand etwa 2 m.
Auf Stufe 9 macht der SwitchBot richtig Banane, dann zeigt das Messgerät aber auch 58 dB an. Damit wären wir bei Zimmerlautstärke mit Gesprächen oder dem Surren einer Nähmaschine.
Leistung ist genug da
Klar, ein Ventilator arbeitet kaum ohne ein Geräusch und entscheidend ist daher, wie die Lautstärke im Verhältnis zur Luftleistung steht.
Gerade sitze ich am Schreibtisch, im Büro sind es 23 °C und natürlich schwitze ich nicht. Der SwitchBot Standventilator steht in 2 m Entfernung und läuft auf kleinster Stufe.
Den Wind spüre ich deutlich auf der Haut und der Windmesser zeigt in diesem Abstand auch etwa 2 km/h an. Bei der aktuellen Raumtemperatur wäre mir das zu kühl und mein Haut fühlt sich auch kalt an. Im Hochsommer und zum Einschlafen würde mir das aber absolut reichen.
Die Lüftergeräusche sind dabei mehr als angenehm. Ich höre den Ventilator zwar aber so manche rauschende Heizung dürfte lauter sein. Steht ein Fenster auf und Auto fährt irgendwo, ist das deutlich lauter.
Aber sollte das nicht reichen, was kann der SwitchBot Standventilator wirklich? Der Hersteller verspricht einen Luftstrom von 9,15 m³/h – das kann ich schwerlich prüfen.
Weiterhin verspricht er eine Windgeschwindigkeit von 6,1 m/s – das kann ich prüfen. Messgerät vor den Ventilator und dieses zeigt etwa 25 km/h an, was tatsächlich 6,9 m/s entspricht. Hier wird also nicht gemogelt.
Natürlich sitzt niemand mit der Nase direkt vorm Lüfterrad aber selbst in einer Entfernung von 2 m kommen davon immerhin noch etwa 14 km/h an. Das ist mehr als genug und ich empfinde das bereits an unangenehm.
Akkulaufzeit ist subjektiv
Glaubt man dem Hersteller und bisher waren alle Angaben sehr überzeugend, soll der Akku im Baby-Modus (kleinste Stufe) satte 28 Stunden durchhalten. Im Schlaf-Modus 13 Stunden und im Naturbetrieb 12 Stunden.
Ich finde das super. Selbst wenn es nur 10 Stunden wären, wer braucht mehr? Wann nutzt man einen Ventilator im Akku-Betrieb? Bei mir wäre das wenn er mittig im Büro steht oder wenn ich ihn abends ans Fußende vom Bett stelle.
In beiden Fällen ist kaum eine Laufzeit von über 8 Stunden nötig und gerade bei solch langer Nutzung wird eine höhere Leistungsstufe auf Dauer unangenehm. Von daher bin ich mit der Laufzeit mehr als zufrieden.
Was mir dagegen nicht so gut gefällt, ist die Ladezeit über Netzkabel. Satte 8 Stunden hat es gedauert, um den Akku einmal zu laden. Über USB-C scheint es ein wenig schneller zu laden aber da fragt man sich, wozu dann der Netzanschluss?
Fazit SwitchBot Standventilator Test
Der Hersteller SwitchBot bewirbt seinen Standventilator hauptsächlich mit einer guten Leistung und einem leisen Betrieb. Zu glauben, dass beides gleichzeitig funktioniert, ist natürlich Unsinn.
Aber tatsächlich hat der SwitchBot Standventilator im Test bewiesen, dass er beides kann. Auf kleinster Stufe säuselt er in kaum messbarer Lautstärke und auf höchster Stufe bläst einem die Luft mit 25 km/h entgegen. Also ja, er kann leise und kräftig, nur nicht gleichzeitig
Aber leise säuseln und kräftig blasen können sicher einige Standventilatoren, das macht den SwitchBot Standventilator noch lange nicht besonders.
Dazu kommen dann mit Sensortasten, Fernbedienung und App die umfangreichen Bedienmöglichkeiten und sofern man einen SwitchBot Hub nutzt, ist sogar eine Sprachsteuerung möglich.
Ebenso umfangreich fällt der Funktionsumfang aus, der es gestattet, die Luftleistung in Prozent einzustellen, eine vertikale und horizontale Oszillation in 30, 60 und 90° ermöglicht, einen Timer und auch ein Nachtlicht mitbringt.
Mehr kann man von einem Standventilator nicht erwarten und dadurch gefällt das Gesamtpaket auch extrem gut.


Als gelernter Facharbeiter für Zerspanungsmechanik, Hausbauer und ambitionierter Heimwerker, habe ich als Ausgleich viel Zeit im Internet verbracht, Bosch bei der Moderation seiner Heimwerker-Community unterstützt, ein Bautagebuch geführt und meinen Heimwerker-Blog veröffentlicht.
Heimwerker.de erkannte meine Talente und holte mich als Redakteur für Fachbeiträge und Testberichte ins Boot. Nach und nach wurde Heimwerker.de schließlich zu meinem Baby, um das ich mich liebevoll gekümmert habe. Aber Babys werden groß und gehen ihre eigenen Wege. So wie ich jetzt als freier Redakteur (hauptsächlich) für Testberichte.





















