Switchbot Lock Ultra Test stimmt genau genommen nicht, denn das SwichBot Lock Ultra beinhaltet lediglich das smarte Türschloss und das alleine bringt noch nicht viel. Entscheidend ist daher für welche Kombination man sich entscheidet und da bietet sich so einiges an.
Möglich sind Kombinationen mit einer Tastatur und Touch, dem Keypad Vision, dem Hub Mini Matter und alles mit Hub 3 oder ohne. Zum Test stehen mir alle Varianten zur Verfügung und ich werde auch alle Geräte zumindest kurz vorstellen.
Die Erstinstallation werde ich jedoch mit dem Set SwitchBot Lock Ultra Combo beginnen, da dieses als Kombi geschickt wurde und das SwitchBot Keypad Vision sowie SwitchBot Hub 3 als optionales Zubehör.
SwitchBot Lock Ultra Touch Combo
Zur Erstinstallation werde ich mir die SwitchBot Lock Ultra Touch Combo vornehmen. Darin enthalten das Schließsystem SwitchBot Lock Ultra, die SwitchBot Tastatur-Touch und der SwitchBot Hub Mini Matter.
Dazu noch jede Menge Adapter, Klebepads, Kleinteile… Das macht schon etwas Panik. Aber wir fangen mal ganz langsam mit der Installation an.
SwitchBot Lock Ultra
Das SwitchBot Lock Ultra ist im Prinzip nur ein Motor, der den Schlüssel dreht, während dieser von innen im Schloss steckt. Das heißt, der Antrieb wird im Haus über den Schließzylinder gebaut.
Dazu liegt ein kleine Platte bei, die genau auf den zumeist überstehenden Schließlinder passt und daran mit drei Madenschrauben fixiert wird. Anschließend den Schlüssel ins Schloss und den eigentlichen Schließmechanismus nur noch aufstecken – fertig.
So zumindest im Groben, nur steht nicht jeder Schließzylinder gleich weit über und in den meisten Fällen bleibt eine unschöne Lücke zwischen Türblatt und Schließeinheit. Genau dafür liegt eine Manschette bei, die übergestülpt wird und die Lücke verdeckt.
Nacharbeit auf dem 3D-Drucker
Natürlich würde die Manschette reichen, ich mag es aber etwas dezenter und vor allem sicherer befestigt, ohne neue Löcher in das Türblatt bohren zu müssen.
Also habe ich mit eine Distanzplatte im CAD-Programm erstellt und auf dem 3D-Drucker ausgedruckt. Diese passt jetzt genau auf den Schließzylinder und zur Befestigung kann ich bereits vorhandene Löcher im Türblatt nutzen.
Darauf kommt dann die Adapterplatte für Schließzylinder, die nun perfekt anliegt. Schlüssel rein, Schließeinheit aufstecken und diese durch die vorhandenen Befestigungslöcher auf die Adapterplatte schrauben. Das sieht nicht nur gut aus, das hält auch absolut sicher.
Inbetriebnahme von SwitchBot Lock Ultra und Keypad
Wurde das SwitchBot Lock Ultra ordnungsgemäß befestigt und vor allem nicht vergessen, zwischendurch den Schlüssel einzustecken, kann mit der Anmeldung begonnen werden.
Zuvor vielleicht nochmal den Akku laden und einsetzen. Auch das Keypad benötigt Batterien, die aber ebenso beiliegen.
Dann jetzt endlich die App installieren und anmelden, was ich nicht brauche, da bei mir zufällig bereits ein kleiner SwitchBot Saugroboter sein Unwesen treibt. Daher gibt es bereits eine Registrierung und die App wird auch regelmäßig genutzt.
Das Hinzufügen des Lock Ultra erfolgt in bekannter Form, indem man es in den Kopplungsmodus versetzt und das gefundene Gerät verbindet. Das Touchpad wird ebenso gefunden und direkt mit dem Lock Ultra verknüpft.
Dazu wird man direkt aufgefordert, einen ersten Passcode festzulegen. Alles kein Problem und da muss ich auch keine riesige Beschreibung draus machen.
Anschließend vielleicht noch ein automatisches Update und dann meldet die App einen Kalibrierungsfehler. Klar, das Schloss muss ja kalibriert werden. Hierfür gibt es automatische Funktion, die die selbstständig die Endlagen feststellt.
Damit können bereits die ersten Fingerabdrücke und Passwörter gespeichert werden, worauf ich aber später genauer eingehen möchte.
SwitchBot Hub
Der SwitchBot Hub Mini Matter ermöglicht es, IR- und Bluetooth-Geräte mit dem Matter-Netz zu verbinden, was sicher praktisch ist, aber wenig mit dem SwitchBot Lock Ultra zu tun hat. Ich verbinde es dennoch erst einmal.
Dazu wieder die App starten und “Gerät hinzufügen” auswählen. Automatisch wird versucht, per Bluetooth Geräte zu finden und neben den bereits vorhandenen, erscheint dort auch der Hub. Sofern er bereits via USB mit Energie versorgt wird.
Anschließend wird man aufgefordert, die obere Taste 3 sec zu drücken, die LED blinkt schneller, Verbindung erfolgt, WLAN-Daten eingeben, auf Wunsch umbenennen und einem Raum zuordnen. Das war es auch schon.
Nun können verschiedene Geräte verbunden werden, worauf ich aber nicht weiter eingehen möchte, das das smarte Türschloss im Fokus steht.
Auch der SwitchBot Hub 3 ist eher ein Zusatzgerät und wird nicht unbedingt für das SwitchBot Lock Ultra benötigt. Vielmehr ist es eine Zentrale, um Matter fähige Geräte anderer Hersteller mit dem System von SwitchBot zu verknüpfen.
Dennoch haben beide Hubs einen Vorteil – sind alle Geräte in einem Konto und untereinander Reichweite, kann das SwitchBot Lock Ultra auch ohne Bluetooth-Verbindung mit der App gesteuert werden.
SwitchBot Keypad Vision
Mit dem SwitchBot Keypad Vision haben wir wieder ein Gerät, welches direkt mit dem Lock Ultra zusammenarbeitet und worauf ich mich ganz besonders freue. Die Eingangstür per Gesichtserkennung öffnen – das hat schon was. 🙂
Aber beginnen wir wieder mit der Installation. Die startet wie üblich mit der Aktivierung der Funktion “Gerät hinzufügen”, zwei Tasten am Keypad Vision gleichzeitig drücken, verbinden, Update starten, Gerät benennen, Raum auswählen und das war es dann auch schon.
Nicht ganz, denn man muss es natürlich auch an der Tür oder Wand befestigen, wofür man nach der ersten Inbetriebnahme eine Anleitung mit Bildern oder als Video bekommt. Wir überspringen das mal.
Nicht überspringen sollte man den nächsten Schritt, denn wie das Keypad Touch, muss auch das Keypad Vision mit dem Lock Ultra verknüpft werden. Woher soll die Gesichtserkennung sonst auch wissen, welches Schloss geöffnet werden soll.
Was mich dabei gerade etwas stört – offensichtlich kann das Lock Ultra mit nur einem Keypad gekoppelt werden. Zumindest wird mir die Kopplung mit dem Keypad Vision untersagt, weil das Lock Ultra bereits mit einem andern Gerät gekoppelt ist.
Also zuerst in die Einstellungen des Keypad Touch und dort die Kopplung aufheben. Das heißt leider auch, dass die bisher gespeicherten Fingerabdrücke verloren gehen.
Anschließend das SwitchBot Keypad Vision mit dem Lock Ultra koppeln und das Hinterlegen der Zugangsdaten kann gestartet werden. Da das Keypad Vision alles beinhaltet, was das Keypad Touch kann, beschränke ich mich ab jetzt darauf.
Die SwitchBot App
Nun zur App, die sich sehr übersichtlich zeigt und mit Kacheln der gewünschten Geräte selbst anpassen lässt. Sortiert nach Räumen, sieht das noch sehr ordentlich aus. Allerdings habe ich nicht so viele Geräte von SwitchBot und mit weiteren könnte es etwas chaotischer werden.
In weiteren Untermenüs und den Einstellungen, können die Dienste von Amazon, Google, SmartThings…. verknüpft, Automationen erstellt und “Mein Zuhause” verwaltet werden. Wie es in vielen Smarthome Apps eben so üblich ist. Inzwischen sind die Basisfunktionen da sehr einheitlich.
Lock Ultra in der SwitchBot App
Wird das SwitchBot Lock Ultra in der App aufgerufen, prangert ganz groß ein Schloss-Symbol, das angibt, ob die Tür verriegelt ist oder nicht. Mit einem Klick auf das Schloss lässt sich diese Verriegeln, entriegeln oder die Tür öffnen.
Darunter sind die bereits verknüpften oder noch nicht aber verknüpfbaren Geräte aufgelistet, lässt sich die Notentriegelung nutzen und die Schließprotokolle zu finden.
In den Einstellungen gibt es dann noch etliche weitere Funktionen. Die Grundeinstellungen betreffen Ton und Licht, Mit der Schnell-Taste gibt es eine Art Schließhilfe, die sich aktivieren lässt und Alarmmeldungen falls die Tür nur angelehnt oder nicht verschlossen ist
Dann gibt es Auto- und Re-Lock Funktion, die die Tür automatisch verschließt bzw. nach jeder Entriegelung wieder verschließt, die Kalibrierung, Einstellung der Falle und verschiedene Schließgeschwindigkeit, die auch unterschiedliche Schließgeräusche nach sich ziehen – was ich gerade in der Nacht sehr sinnvoll finde
Keypad Vision in der SwitchBot App
Damit kommen wir zu dem Punkt, der für mich das SwitchBot Lock Ultra so interessant macht. Die Kombination mit dem Keypad Vision.
Wie oft steht man vor der Tür, hat die Hände voll und muss zum Öffnen der Tür alles absetzen? Dann nützt ein Key- oder Touchpad wenig, denn auch hier benötigt man mindestens eine freie Hand. Da ist die Gesichtserkennung klar im Vorteil.
Um sie nutzen zu können, muss man in der App aber erst einmal Gesichter, beziehungsweise Personen anlegen. Und da gibt es leider einen Punkt, der mit gar nicht gefällt.
Leider kann man nur Passwörter, Fingerprints oder Gesichter speichern und benennen, aber keine Personen anlegen. Schöner wäre es, wenn man eine Person anlegt und dieser dann Gesicht, Fingerabdruck und Passwörter zuordnet.
Möchte man aus irgendeinem Grund jemand den Zugang entziehen, könnte man einfach die Person löschen. So muss man die drei Zugangsmöglichkeiten durchforsten und alle Punkte einzeln entfernen.
Ebenso umgedreht, beim Anlegen einer Person, muss das Gesicht gespeichert und benannt werden, der Fingerabdruck gespeichert und benannt…. Das ist deutlich umständlicher, als eine Person anzulegen und dazu nur noch die Zugangsmöglichkeiten zu speichern.
Zusätzlich können natürlich weitere Einstellungen zur Sprache, Sensibilität der Gesichtserkennung und auch zur Alarmmeldung bei der Entfernung des Gerätes vorgenommen werden.
Interessant ist ebenso die Möglichkeit einer benutzerdefinierten Tasteneinstellung. Damit ist es durch Szenen beispielsweise möglich, nach dem Entsperren Lichter einzuschalten.
SwitchBot Lock Ultra und Keypad Vision im praktische Test
Bevor es an den praktischen Test geht muss ich sagen, dass ich bisher sicher nicht auf jeden Punkt aller Komponenten und der App eingegangen bin. Das würde einfach den Rahmen sprengen.
Daher kommen wir jetzt zum praktischen Test, zu dem das Keypad Vision an unserer Eingangstür angebracht wurde. Die Platzwahl ist vielleicht nicht ganz optimal aber so lässt es sich ohne Spuren auch wieder entfernen.
Da sich unsere Haus-Eingangstür auf dem Grundstück befindet und von der Straße nicht direkt zugänglich ist, steckt am tage immer ein Schlüssel im Schloss. Der letzte zieht diesen am Abend ab und verschließt die Tür von innen.
Mit einem smarten Türschloss können wir uns den Schlüssel sparen und auch mal das Grundstück verlassen, ohne daran denken zu müssen, dass der Schlüssel abgezogen wird.
Genutzt wird die Tür von mir, meiner Frau und zwei Kindern. Dazu 1 – 2 mal von den Schwiegereltern, die auf demselben Grundstück wohnen. Für alle Personen wurde eine Face-ID, ein Fingerprint und ein Passwort angelegt.
Inzwischen sind einige Wochen vergangen und auch wenn sich meine Frau noch immer nicht dazu überreden lässt, den Schlüssel innen an der Tür zu lassen, haben wir uns grundlegend daran gewöhnt, die Tür per Gesichtserkennung zu öffnen.
Wir mussten allerdings feststellen, dass es nicht unbedingt richtig war, mit dem Keypad Vision in der Hand zu jeder Person zu laufen, um eine Face-ID zu speichern. Besser ist es, das Keypad Vision an seinem endgültigen Platz zu befestigen und die Face-ID dort aufzuzeichnen.
Ansonsten funktioniert die Erkennung sehr gut und vor allem zügig. Mitunter muss man noch nicht mal darauf achten, dass man sich richtig davor stellt und das Keypad Vision direkt ansieht. Es funktioniert einfach.
Eine Einschränkung gibt es jedoch: Unsere Eingangstür zeigt nach Westen und in den Sommermonaten liegt zum Abend genau die Sonne drauf. Dann gibt es arge Probleme mit der Erkennung und und der Fingerprint wird benötigt.
Das möchte ich aber nicht als negativ bewerten, denn niemand würde versuchen, ein Portrait aufzunehmen, wenn hinter der Person die Sonne blendet. Darauf sollte man daher bei der Installation achten.
Grundlegend ist dem Keypad Vision aber ziemlich egal, welche Tageszeit ist und es funktioniert in der Mittagssonne ebenso gut, wie in der Nacht mit oder ohne externe Beleuchtung. Da gibt es absolut nichts zu kritisieren.
Fazit SwitchBot Lock Ultra
Das SwitchBot Lock Ultra funktioniert als Grundgerät absolut super und auch zuverlässig. Gut gefällt vor allem, dass in verschiedenen Sets erhältlich ist und aufgrund des nicht ganz so günstigen Preises, sollte man sich auch vorher überlegen, welche Komponenten man genau benötigt.
Wem das Öffnen der Tür per Fingerabdruck reicht, der wird mit den Keypad Touch glücklich. Das funktionierte Im Test ebenso zuverlässig wie das Keypad Vision und die Gesichtserkennung. Nur die Sonne sollte bei der Erkennung nicht blenden.
Ebenso gönnen sollte man sich einen Hub, um das Keypad auch außerhalb der Bluetooth-Reichweite mit der App nutzen zu können. Wer sonst keine Geräte von SwitchBot nutzt, ist mit dem Mini-Hub gut bedient. Komfortabler wird es natürlich mit dem Hub 3.
Die App von SwitchBot gefällt grundlegend sehr gut und bietet neben umfangreichen Einstellungen auch eine Smarthome-Zentrale. Schade ist lediglich, dass sich keine Nutzer anlegen lassen und sämtliche Fingerprints oder Face-IDs einzeln abgespeichert werden müssen.


Als gelernter Facharbeiter für Zerspanungsmechanik, Hausbauer und ambitionierter Heimwerker, habe ich als Ausgleich viel Zeit im Internet verbracht, Bosch bei der Moderation seiner Heimwerker-Community unterstützt, ein Bautagebuch geführt und meinen Heimwerker-Blog veröffentlicht.
Heimwerker.de erkannte meine Talente und holte mich als Redakteur für Fachbeiträge und Testberichte ins Boot. Nach und nach wurde Heimwerker.de schließlich zu meinem Baby, um das ich mich liebevoll gekümmert habe. Aber Babys werden groß und gehen ihre eigenen Wege. So wie ich jetzt als freier Redakteur (hauptsächlich) für Testberichte.






























