Soundcore Rave 3S Test: Bei der Soundcore Rave 3S handelt es sich um eine Partybox. Sie wirbt mit satten 200 Watt und einer KI-unterstützten Karaoke-Funktion.
Ob das sinnvoll ist oder ob man das gutfindet, muss sicher jeder für sich entscheiden. Aber ob nun mit oder ohne Karaoke, es bleibt eine größere und imposante Partybox. Ob sie auch so klingt, werden wir später feststellen.
Technische Daten
| Abmessungen H x B x T | 550 x 310 x 335 mm |
| Gewicht | 10,4 kg |
| Leistung | maximal 200 Watt |
| Lautsprecher | 1x 6,5 Zoll Tieftöner (165 mm) 3x 2,5 Zoll Breitbandlautsprecher (63,5 mm) 40 Hz – 20 kHz |
| Ladezeit | 6 Stunden |
| Wiedergabezeit | maximal 12 Stunden |
| Verbindung | Bluetooth 5.3 AuraCast TWS (True Wireless Stereo) |
| Anschlüsse | USB-C (laden und Powerbank) 5,3 mm Klinke (Eingang) 6,5 mm Klinke (Gitarre/Mikrofon) |
| Zubehör | USB-Ladekabel 2 Mikrofone |
| Besonderheiten | IPX4 (Schutz gegen Spritzwasser) KI unterstützte Karaoke-Funktion |
Bedienung der Soundcore Rave 3S
Optisch unterscheidet sich die Soundcore Rave 3S ganz klar von der der zuletzt getesteten Soundcore Boom 2 Plus. Diese ist eher für den mobilen Einsatz gedacht, während die Rave 3S sich mehr als Standbox definiert.
Dennoch bleibt sie mobil nutzbar, denn auch sie ist mit einem Akku ausgestattet, der immerhin 12 Stunden durchhalten soll und besitzt auch einen Tragegriff. Mit über 10 kg ist sie jedoch um einiges schwerer.
Das Bedienfeld ist ein wenig umfangreicher ausgestattet. Neben dem Lautstärkeregler, der wie ein Potentiometer bedient wird, befindet sich ein weiterer, um den Hall der Mikrofone zu regulieren. Daneben die Taste, um die Karaoke-Funktion zu aktivieren.
Die Tasten darunter ähneln wieder der Boom 2 Plus. Power- und Bluetooth-Taste, Skip- und Pausentasten und Tasten für Regulierung der Beleuchtung, der Bassanhebung und zur Aura-Cast-Funktion.
Rückseitig unter einer Gummiabdeckung gibt es noch ein wenig mehr, denn die Rave 3Plus ist schließlich eine Partybox mit Karaoke-Funktion, die sogar als Gitarrenverstärker genutzt werden kann.
Passend dazu bietet sie neben dem 3,5 mm Klinkeneingang (AUX) noch eine 6,3 mm Gitarren-/Mikrofonbuchse und einen Auswahlschalter, ob der Eingang für eine Gitarre oder ein Mikrofon genutzt wird.
Zusätzlich lässt sich die Leistung des Gitarrenverstärkers regulieren und die allgemeine Lautstärke des angeschlossenen Gerätes einstellen.
Die beiden mitgelieferten Mikrofone benötigen den Mikrofoneingang übrigens nicht, sie sind per Funk mit der Soundcore Rave 3S verbunden.
Funktionen und Verbindung
Einschalten, der bekannte Soundcore-Sound ertönt und die Bluetooth-LED blinkt blau, bis ein bekanntes Gerät gefunden wurde. Das kennt sicher jeder. Auch die BassUp-Taste muss man sicher nicht erklären.
Wer andere beleuchtete Bluetooth-Boxen von Soundcore besitzt, wird mit der Light-Show-Taste ebenso keine Probleme haben – ein kurzer Druck ändert die Art der Beleuchtung und ein langer Druck aktiviert/deaktiviert sie.
Nicht ganz so intuitiv ist die AuraCast-Taste, mit der sich mittels (gleichzeitigem) Druck zwei identische Soundcore-Boxen als Stereo-Paar (TWS – True Wireless Stereo) verbinden lassen. Nur eine Box muss dann über Bluetooth mit der Soundquelle verbunden sein.
Wird dieselbe Taste gedrückt und nicht zeitgleich eine andere, aktiviert sich die AuraCast-Funktion. Diese sendet einen Bluetooth-HotSpot und bis zu 10 Soundcore-Boxen können mit Musik und Licht synchronisiert werden.
AuraCast mit Vor- und Nachteilen
Der AuraCast-Modus bietet gegenüber dem bisherigen Partymodus einige Vorteile. Der wichtigste ist wohl die Standardisierung von AuraCast, wodurch sich auch Boxen verschiedener Hersteller kombinieren lassen sollen.
Für Soundcore-Fans hat das leider auch einen Nachteil, denn für AuraCast wird auf den Partymodus verzichtet und es ist nicht möglich, damit beispielsweise die Soundcore Boom 2 Plus mit der Rave 3S verbinden.
Ohne App geht es nicht
Natürlich reicht zur Musikwiedergabe die typische Bluetooth-Verbindung aus und die App ist nicht nötig. Aber spätestens, wenn es an die Karaoke-Funktion geht, wird sie doch nötig, denn diese muss erst richtig eingerichtet werden.
Als erstes geht es aber um die Grundlagen der App, die ich auch für die Soundcore Boom 2 Plus, die Space One Pro oder die H30i nutze. Schön, dass sich alle Geräte in einer App verwalten lassen.
Diese werden übersichtlich aufgelistet, es gibt unterschiedliche Klangbeispiele, die KI-Anka, Informationen rund um Soundcore, Benutzerhandbücher und einen persönliche Bereich mit der Möglichkeit, an Produkttests teilzunehmen.
Wählt man die Rave 3S aus, erscheint das dazugehörige Untermenü, das sich ein wenig verspielt zeigt. Schlecht finde ich es aber nicht, dass sich der Hintergrund farblich an das eingestellt Licht der Box anpasst. So sieht man gleich, ob die Lieblingsbeleuchtung ausgewählt wurde.
Die erste Übersicht zeigt ansonsten als Direktzugriff die Lautstärke, Play/Pause, Karaoke-Funktionen, den Equalizer, die BassUp-Funktion und Spatial Audio – dazu später mehr.
Im zweiten Tab gibt es die Einstellungen für die Beleuchtung, wofür sieben vorgefertigte Varianten zur Verfügung stehen. Es können aber auch eigene Lichtspiele mit unterschiedlichen Farben und Bewegungen erstellt werden.
Karaoke Funktion der Soundcore Rave 3S
Das Highlight der Soundcore Rave 3S ist sicher die Karaoke-Funktion. Hierfür befinden sich rückseitig zwei Mikrofone in extra dafür vorhandenen Halterungen. Beide lassen sich einzeln oder zusammen nutzen und auch in der Lautstärke regeln.
Aktiviert werden kann die Karaoke-Funktion an der Rave 3S und auch an den Mikrofonen. Wobei es an den Mikrofonen möglich ist, die Intensität der Stimmentfernung in vier Stufen einzustellen. Neben der Mikrofonlautstärke allerdings die einzige Einstellmöglichkeit.
An der Box selbst lässt sich noch die Hall-Intensität einstellen, für alles weitere wird dann jedoch die App benötigt. Dort kann ebenso der Hall eingestellt werden, die Stärke der Stimmenentfernung und es gibt eine Stimmverbesserung.
Gut gefällt bei der Stimmentfernung der “automatische Leitgesang”. Dieser lässt weiterhin die originale Stimme aktiv, bis jemand in das Mikrofon singt. Erst dann wird die originale Stimme ausgeblendet. Singt keiner mehr, ist das Lied wieder im Original zu hören.
Sound – ich habe mehr erwartet
Diese Aussage darf nicht falsch verstanden werden, aber wer die Soundcore Boom 2 Plus kennt und die Soundcore Rave 3S daneben stellt, wird (wie ich) ein wenig enttäuscht sein.
Das soll nicht heißen, dass die Rave 3S schlecht klingt, es ist vielmehr das Verhältnis zwischen Größe und Sound. Was die deutlich kleinere Boom 2 Plus raushaut, ist einfach der Hammer und kommt absolut unerwartet.
Die Rave 3S ist dagegen riesig, knallt aber nicht so, wie man es aufgrund der Größe erwarten würde. Man nimmt einfach an, sie würde mindestens das Doppelte der Boom 2 Plus bringen, das macht sie jedoch nicht.
Ein Blick in die Herstellerangaben hätte wahrscheinlich gereicht, um die Erwartungen etwas zu drosseln. Die Boom 2 Plus ist mit einem 4,5″ sowie drei 0,75″ bestückt und soll 140 Watt liefern. Bei der Rave 3S sind es ein 6,5″ und drei 2,5″ mit insgesamt 200 Watt. Also lediglich 60 Watt mehr.
Aber auch wenn man berücksichtigt, dass die Rave 3S nur 60 Watt mehr bietet, finde ich den Klang der Boom 2 Plus besser. Das Bass ist bereits im leisen Bereich satter und lässt mit der Lautstärke auch nicht nach. Wird die Rave 3S lauter gestellt, senkt sich der Bass dagegen automatisch.
Für eine kleine Klangverbesserung sorgt Spatial Audio, welches sich automatisch einschaltet (kann deaktiviert werden), wenn die Box flach hingelegt wird.
Hierdurch entsteht ein räumlicher Klang, der die Töne virtuell besser verteilt. Mit der Entfernung verliert sich der Effekt aber etwas, finde ich.
Insgesamt würde ich den Klang aber als sehr gut bezeichnen. Bei leisen Töne darf man BassUp und den Equalizer nutzen, sonst wird es etwas dünn. Bei mittlerer Lautstärke klingt sie super und ausgewogen und bei höherer Lautstärke nimmt der Bass wieder deutlich ab.
Fazit Soundcore Rave 3S Test
Ich würde die Soundcore Rave 3S ein wenig als Nischenprodukt einordnen. Wer auf Karaoke steht, wird hellauf begeistert sein, denn die Funktionen dazu und vor allem der automatische Stimmenfilter, arbeiten wirklich super.
Wer dagegen eine kräftige Partybox möchte, könnte im Verhältnis zur Größe etwas enttäuscht werden. Wobei “enttäuscht” sicher nicht der richtige Ausdruck ist.
Die Rave 3S kann fetten Bass, allerdings nur bis zu einer bestimmten Laustärke. Bereits ab der Hälfte lässt dieser spürbar nach und die mittleren bis hohen Töne überwiegen zu sehr. Das klingt nicht mehr ganz so schön.
Preislich ist die Soundcore Rave 3S mit aktuell etwa 300 € zwar schon eine Hausnummer, im Vergleich zu anderen bekannten Namen aber noch verhältnismäßig günstig und dafür definitiv zu empfehlen
Wer (wie ich) die Karaoke-Funktion jedoch nur als Gimmick sieht und darauf keinen Wert legt, kommt preislich mit zwei Soundcore Boom 2 Plus wahrscheinlich besser weg.


Als gelernter Facharbeiter für Zerspanungsmechanik, Hausbauer und ambitionierter Heimwerker, habe ich als Ausgleich viel Zeit im Internet verbracht, Bosch bei der Moderation seiner Heimwerker-Community unterstützt, ein Bautagebuch geführt und meinen Heimwerker-Blog veröffentlicht.
Heimwerker.de erkannte meine Talente und holte mich als Redakteur für Fachbeiträge und Testberichte ins Boot. Nach und nach wurde Heimwerker.de schließlich zu meinem Baby, um das ich mich liebevoll gekümmert habe. Aber Babys werden groß und gehen ihre eigenen Wege. So wie ich jetzt als freier Redakteur (hauptsächlich) für Testberichte.













