Mileseey XTape 1 Test: Jeder kennt sicher Laser-Entfernungsmesser und bei der Preisentwicklung hat wahrscheinlich jeder zweite Heimwerker auch ein entsprechendes Gerät. Bei mir sind es sogar drei.
Ebenso hat sicher jeder irgendwo ein Maßband rumliegen, wobei die meisten wahrscheinlich lieber zum Zollstock (Gliedermaßstab) greifen.
Aber was kommt raus, wenn man ein Maßband mit einem Laser-Entfernungsmesser kreuzt? Dann hat man das Mileseey XTape 1 und genau das sehen wir uns heute näher an.
Technische Daten Mileseey XTape 1
| Maßband Länge | 3,5 m |
| Laser Reichweite | 100 m |
| Genauigkeit Maßband | ± 0,8 mm |
| Genauigkeit Laser-Entfernungsmesser | ± 1,6 mm |
| Energieversorgung | integrierter Akku Li-Ion 3,7 V / 1400 mAh USB-C Ladung (bis zu 5 Stunden) |
| Abmessungen | 163 x 45 x 71 mm (L x B x H) 512 g |
| Anzeige | 2″ Farb-Display |
| Betriebstemperatur | 0℃ bis 40℃ |
| Weitere Funktionen | Neigungsmesser Linienlaser |
Grundprinzip des Mileseey XTape 1
Man kann es gut finden oder auch nicht, dass beim Mileseey XTape 1 ein Maßband mit einem Laserentfernungsmesser kombiniert wurde. Ich bin noch ein wenig unschlüssig, da ich einerseits lieber einen Zollstock nutze und andererseits das XTape 1 ziemlich groß und schwer ist.
Damit sind wir auch schon bei der Beschreibung des Aufbaus. Der Mileseey XTape 1 bringt ein halbes Kilo auf die Waage, ist mit einem 3,5 m Maßband (Metall) und mit einem Laser-Entfernungsmesser ausgestattet.
Das Besondere dabei ist, dass das Maßband abgenommen und auch ausgetauscht werden kann. Bei einem Laser-Entfernungsmesser ist es einfach, die Maßeinheit zwischen Meter und Zoll zu wechseln, bei einem Maßband eher nicht und genau darum gibt es die Maßband-Einheit in europäischer und amerikanischer Variante.
Trennt man die Teile, lassen sich beide auch einzeln nutzen. Dadurch wird der Laser-Entfernungsmesser deutlich kleiner, ist mit seinen etwas scharfen Kanten aber nicht unbedingt handlicher.
Versorgt wird Mileseey XTape 1 von einem eingebauten Akku, der sich per USB-C laden lässt und immerhin 5 Stunden durchhalten soll. Ein Wechsel des Akkus ist zwar nicht möglich, Eine Nutzung mit angeschlossener Powerbank aber möglich.
Zur weiteren Ausstattung gehört das 2″ große Farbdisplay, ein integrierter Gürtelhaken, eine Trageschlaufe liegt ebenso bei und das Mileseey XTape 1 ist mit einer Gewindeaufnahme für Stative ausgestattet. Es wird allerdings eine kippbare Stativaufnahme benötigt.
Was mir nicht gefällt, ist der USB-Ladeanschluss. Dieser besitzt eine Gummi-Abdeckung, die vor Verschmutzung schützen soll, jedoch hält diese kaum und erfüllt somit ihren Sinn nicht.
Möglichkeiten des Maßbandes
Ein Maßband sollte jeder kennen und jeder kann sicherlich damit umgehen. Damit sollte auch das Mileseey XTape 1 niemanden vor ein Problem stellen.
Was manche vielleicht nicht wissen – warum der Anschlag am vorderen Ende bei allen Maßbändern beweglich ist. Dieser Bewegungsspielraum ist exakt so groß, wie der Anschlag dick ist und gleich diesen beim Messen auf Zug oder Schub aus.
Beim Mileseey XTape 1 fällt der Spielraum sehr groß aus, da der Anschlag dicker ist. Das liegt am integrierten Magneten, der das Messen an Metallteilen vereinfacht.
Wird zusätzlich die Messeinheit aktiviert, wird auch die Länge des ausgezogenen Maßbandes angezeigt. Allerdings stimmt diese nicht ganz überein. Bei der vollen Länge von 3,5 m sehe ich eine Differenz von etwa 2 mm.
Auf dem Maßband befindet sich leider keine Angabe der EG-Genauigkeitsklasse, der Hersteller gibt allerdings eine maximale Toleranz von 0,8 mm an. Eine Angabe, auf welche Länge sich das bezieht, fehlt jedoch.
Geht man davon aus, dass die 0,8 mm für die Länge von 3,5 m gelten, wären das bei 10 m somit 2,3 mm, was der typischen Klasse II der EG-Genauigkeit entspricht. So wie man es von fast allen deutschen Maßbändern gewohnt ist.
Gut gefällt die zusätzliche grüne Laserlinie, die den Maßabstand auf den Untergrund projiziert. Zum einen lässt sich damit das Maßband winkelig ausrichten und zum anderen lassen sich Maße besser anzeichnen.
Möglichkeiten des Laser-Entfernungsmessers
Man muss es einfach sagen, was Laser-Entfernungsmesser heute alles können, ist der pure Wahnsinn. Das ist allerdings nichts besonderes mehr, da vieles nur eine Frage der Berechnung ist und der Hersteller entscheidet, was er davon alles anbietet.
Die grundlegende Entfernungsmessung beherrscht natürlich jeder und auch Flächen- und Volumenberechnungen sind absolut normal. Dasselbe gilt für die Addition und Subtraktion von Messdaten.
Interessanter wird es bei der einfachen und doppelten Pythagoras-Messung, dem Abstecken, der inkrementalen Messung und erst der Winkelmessung. All das beherrscht das Mileseey XTape 1 natürlich und ist damit ein vollständig ausgestatteter Laser-Entfernungsmesser.
Auf die Punkte, was alles möglich ist, möchte ich gar nicht so sehr eingehen, denn das beschreibt der Hersteller auf seiner Internetseite schon sehr gut. Dem Anwender wird jedenfalls nichts fehlen.
Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass sich zwischen verschiedenen Maßeinheiten wechseln lässt, die Displayansicht geändert werden kann und sich auch ein Offset einstellen lässt. Letzteres macht natürlich nur Sinn, wenn ein entsprechendes Referenzgerät zur Verfügung steht
Was nicht so gefällt, ist die Sprachauswahl, die gibt es nämlich nicht. Zumindest habe ich keine gefunden. Klar sind auf dem Display keine großen Texte zu finden aber bei der Funktionsauswahl wäre eine deutsche Variante schon nett.
Mileseey XTape 1 im praktischen Test
Ein Laser-Entfernungsmesser oder ein Maßband praktisch zu testen, ist natürlich schwierig. Ich schalte den Entfernungsmesser an, drücke eine Taste, um den Laser zu aktivieren und drücke sie erneut, um das Maß zu messen.
Möchte ich die Fläche oder das Volumen messen, gehe ich ins Menü, ändere die Messart und messe meine Werte. So funktionieren alle Laser-Entfernungsmesser, da gibt es kaum Unterschiede und in diesem Punkt sind sich alle sehr ähnlich.
Laser ist nicht gleich Laser
Unterschiede gibt es natürlich beim Laser und diesen kann man tatsächlich testen. Also geht es raus (heute scheint sogar die Sonne) und wir testen, wie weit der Laserpunkt sichtbar ist.
An der Stelle muss ich schon vorweg nehmen, dass das Mileseey XTape 1 mit einem roten Laser klar im Nachteil ist. Grüne Laser benötigen etwas mehr Energie, sind aber deutlich besser zu sehen. Warum Mileseey trotz eingebautem Akku auf einen roten Laser setzt, ist nicht nachvollziehbar.
Das Ergebnis war dann auch zu erwarten. Im Abstand von etwa 3 m ist der rote Laserpunkt an der weißen Wand (keine direkte Sonneneinstrahlung) noch recht gut zu sehen und es gibt keinen Unterschied zum grünen Laser.
Im Abstand von etwa 9 m sieht es schon ein wenig anders aus. Direkt an der Wand ist der Punkt noch zu sehen, steht man mit dem Mileseey XTape 1 aber in 9 m Entfernung, hat man keine Chance, den Messpunkt zu finden.
Dasselbe passiert, wenn man eine helle Fläche hat, die von der Sonnen angestrahlt wird. Dann reichen bereits 3 m aus und der rote Punkt kann nur noch erahnt werden.
Maßband leider nicht genau
Die Genauigkeit des Mileseey XTape 1 zu prüfen ist natürlich nicht so einfach, dazu bräuchte es es schon ein genormtes und zertifiziertes Messgerät, das seinen Preis hat. Von daher verlasse ich mich mal auf die Herstellerangaben.
Dennoch ist mir etwas aufgefallen, dass so sicher nicht sein sollte. Und zwar gibt es eine Diskrepanz zwischen der digitalen Anzeige, dem Maßband und dem dazugehörigen Laser.
Zum Test habe ich an der Tischkante das Maßband eingehakt und daneben einen Zollstock bündig angelegt. Das Display des Mileseey XTape 1 zeigt 108 cm, der Laser steht bei 108,2 cm und die Laserlinie zeigt beim Zollstock auf 108,18 cm.
Man muss also mit einem Messfehler von etwa 2 mm (mehr als der Hersteller angibt) rechnen. Es gibt zwar eine Offset-Einstellung, diese bezieht sich jedoch auf die Lasermessung und nicht auf das Verhältnis zwischen Anzeige und Maßband.
Eine weitere Ungenauigkeit gibt es bei der Winkelanzeige, die bei 0° nicht exakt waagerecht ist. Das liegt aber auch daran, dass nur ganze Gradzahlen und keine Kommastellen angezeigt werden.
Mit App für Skizzen
Jedes Gerät, das heute etwas auf sich hält, braucht natürlich eine App. So ist es auch beim Mileseey XTape 1. Was mir persönlich gefällt, ist die Tatsache, dass Tuya bzw. Smartlife genutzt werden kann. Wer smarte Geräte nutzt, hat diese App eh auf dem Smartphone.
Das Hinzufügen zur App ist kein Problem und schnell steht die Bluetooth-Verbindung. Damit kann das Mileseey XTape 1 bereits genutzt werden und Maße übertragen sich automatisch.
So ist es beispielsweise möglich, Zeichnungen zu erstellen und nachdem die Richtung der nächsten Linie eingetragen wurde, wird diese automatisch bemaßt. Alternativ können die Maße aus dem Speicher auch in eine Tabelle eingetragen werden.
Mal davon abgesehen, dass die Zeichnung (leider nur invertiert) anschließend auf verschiedene Wege verschickt werden kann, war es das auch schon und mehr Möglichkeiten habe ich nicht gefunden. Für einfache Skizzen reicht das aber.
Fazit Mileseey XTape 1 Test
Grundlegend ist die Kombination aus einem Laserentfernungsmesser und einem Maßband schon interessant und wird ganz sicher ihre Anhänger haben.
Diese dürften dann recht zufrieden sein, da der Funktionsumfang wirklich gut ist. Gerade der Laser-Entfernungsmesser bietet alle Funktionen, die man braucht.
Mir persönlich wäre die Konstruktion aus beiden Messgeräten zu groß und zu unhandlich. Ich wüsste auch nicht, wann ich Maßband und Laser-Entfernungsmesser im Wechsel bräuchte.
Unabhängig vom persönlichen Eindruck, muss leider die Ungenauigkeit kritisiert werden. Nutzt man wie vorgesehen das Maßband in Kombination mit der digitalen Anzeige, ergibt sich eine Diskrepanz von bis zu 2 mm. Das ist zu viel.
Leider nicht so zu viel kommt vom Laser und es ist nicht nachvollziehbar, warum für die Messlinie ein grüner Laser und für den Messpunkt des Laser-Entfernungsmessers ein roter Laser verwendet wurde.
Grüne Laser sind heller und das ist vor allem bei größeren Distanzen wichtig. Es wäre daher sinnvoller gewesen, den Laser-Entfernungsmesser mit einem grünen Laser auszustatten.
Zum Mileseey XTape 1 gibt es auch eine App, die es ermöglicht, die gemessenen Maße zu übernehmen und Zeichnungen zu erstellen. Damit sind die Funktionen aber bereits ausgereizt und mehr Möglichkeiten gibt es nicht.


Als gelernter Facharbeiter für Zerspanungsmechanik, Hausbauer und ambitionierter Heimwerker, habe ich als Ausgleich viel Zeit im Internet verbracht, Bosch bei der Moderation seiner Heimwerker-Community unterstützt, ein Bautagebuch geführt und meinen Heimwerker-Blog veröffentlicht.
Heimwerker.de erkannte meine Talente und holte mich als Redakteur für Fachbeiträge und Testberichte ins Boot. Nach und nach wurde Heimwerker.de schließlich zu meinem Baby, um das ich mich liebevoll gekümmert habe. Aber Babys werden groß und gehen ihre eigenen Wege. So wie ich jetzt als freier Redakteur (hauptsächlich) für Testberichte.


























