Levoit LVAC-300 Plus Test: Würde man mich fragen, wie viele Akku-Staubsauger ich bereits getestet habe, könnte ich die Frage nicht beantworten, ohne in meinen Testunterlagen nachzusehen.
Gerade bei den Akku-Staubsaugern ist der Markt sehr schnell und gefühlt täglich erscheinen neben neuen Modellen auch neue Hersteller am Markt. Namen, die man nie zuvor gehört hat, die jetzt aber den besten Akku-Staubsauger mit der größten Saugleistung anbieten.
Der Name Levoit ist dagegen nicht so neu und sie behaupten sich schon 10 Jahre am Markt. Ihre Akkustaubsauger werden zwar nicht in einem Atemzug mit Miele, Bosch oder Rowenta genannt, aber es muss eben auch Modelle im günstigen und mittleren Preissegment geben.

Technische Daten Levoit LVAC-300 Plus
| Akku | 21,6 V Li-Ion 3000 mAh |
| Akku-Ladezeit | 3 – 4 Stunden |
| Akku-Laufzeit (Herstellerangaben) | Eco 40 Minuten normal 25 Minuten Turbo 14 Minuten |
| Leistungsstufen | 3 manuelle Stufen |
| Laustärke | 71 – 75 dB |
| Staubvolumen | nicht angegeben |
| Filterklasse | HEPA H13 |
| Abmessungen (B x T x H) | 250 x 195 x 1095 mm |
| Gewicht | 3 kg |
| Beleuchtung | weißes LED-Licht |
| Zubehör | Wandhalterung mit Ladefunktion Fugendüse mit verstellb. Bürste Möbeldüse mit verstellb. weicher Bürste Polsterdüse mit abnehmb. harter Bürste Ersatz-Lamellenfilter 2x Ersatz-Schaumstofffilter |
Lieferumfang und erster Eindruck
Der Akku-Staubsauger im Test nennt sich Levoit LVAC-300 Plus und am Plus ist zu erkennen, dass es sich um eine Ausstattung mit etwas mehr Zubehör handelt. Dennoch fällt der Karton ausgesprochen klein aus.
Während die Standardvariante lediglich die Wandhalterung mit Ladefunktion mitbringt, liegen der Plus noch drei weitere Düsen mit verstellbarer bzw. abnehmbarer Bürste bei und gibt es zusätzlich Ersatzfilter. Eine Polsterdüse mit angetriebener Bürste fehlt leider. Schade, die wäre schön gewesen.
Qualitativ gibt es am Zubehör jedenfalls nichts auszusetzen. Die Düsen sind sauber verarbeitet, der Kunststoff wirkt hochwertig und nicht nur die Düsen selbst rasten mechanisch ein, sondern auch die Bürsten an den Düsen.
Dasselbe gilt für den Levoit LVAC-300. Alles ist sauber verarbeitet, die Spaltmaße am Gehäuse sind gleichmäßig, es gibt keine scharfen Kanten, das Saugrohr rastet ein und ist teilweise aus Aluminium. Mehr kann man nicht erwarten.
Praktisch ist natürlich, dass er selbstständig stehen kann und der Fuß dafür ein wenig einrastet. Allerdings schaltet sich der Akku-Staubsauger aufrecht stehend nicht ab und der Stand ist auch nicht so extrem sicher.
Die Bedienung – einfach und intuitiv
Bei einem Akku-Staubsauger für aktuell rund 230 € kann man natürlich nicht erwarten, dass es eine automatische Saugkraftregulierung gibt. Wobei Tineco das durchaus schon hinbekommen hat
Aber zurück zum Levoit, hier gibt es lediglich drei Saugstufen, welche sich per Tastendruck aktivieren lassen. Im kleinen Display darüber wird die eingestellte Saugstufe und auch der aktuelle Akku-Stand in Prozent angegeben.
Etwas schade finde ich, dass der Sauger immer in der ersten Stufe und nicht in der zuletzt genutzten Stufe startet. Meist saugt man auf Stufe 2 und beim nächsten Start könnte diese auch gern wieder aktiviert sein.
Gut gefällt, dass der Akku entnommen werden kann. Es liegt zwar kein zweiter bei, jedoch kann dieser einzeln nachgekauft werden und wer mehr zu saugen hat, erspart sich die lange Ladezeit von immerhin 4 Stunden.
Der Levoit LVAC-300 Plus im praktischen Test
Da ich – wie bereits erwähnt – schon viele Akku-Staubsauger getestet habe, gibt es bei mir immer wieder dieselben Testabläufe. So lasen sich verschiedene Modelle auch in unterschiedlichen Zeitabständen gut miteinander vergleichen.
1. Lautstärke ist ok
Die Lautstärke messe ich immer im Abstand von 40 cm auf kleinster und höchster Stufe. Mein Messgerät zeigte dabei 71 und 75 dB an.
71 dB auf Stufe 1 ist jetzt nicht unbedingt wenig und der leiseste kam bisher auf 63 dB. Aber ok, das war auch der Vorwerk Kobold VK7 und da bewegen wir uns in völlig anderen Preisregionen. Die maximale Lautstärke von 75 dB schneidet dagegen ziemlich gut ab. Da gibt es etliche Modelle, die viel lauter sind.
Dazu muss man sagen, dass es auch eine “gefühlte Lautstärke” gibt und da sammelt der Levoit LVAC-300 Pluspunkte. Der Motor kreischt nicht so und klingt eher dumpf, was die gesamte Geräuschkulisse angenehmer erscheinen lässt.
2. Solide Fahreigenschaften
Als nächstes wird der Akkustaubsauger im Test über den Boden geführt und dabei werden die Lenkeigenschaften beurteilt. Dasselbe folgt dann auf Teppichboden.
Auf Hartboden fällt auf, dass er sich ein wenig schwerer schiebt, obwohl er mit 3 kg gar nicht so schwer ist. Dafür lenkt er sich sehr exakt und knickt auch nicht ein, wenn eine Kurve zu scharf genommen wird.
Auf Auslegware lassen sich Akku-Staubsager immer schwerer schieben und auch die Lenkung führt nicht mehr exakt. Gerade beim Zurückziehen rutschen eigentlich alle und Lenkbewegungen sind nicht mehr möglich.
Das gilt auch für den Levoit, der sich beim Schieben aber immer noch recht gut lenken lässt. Das kriegen nicht alle so gut hin. Dafür fällt aber wieder auf, dass auch hier etwas mehr Kraft als üblich nötig ist.

3. Saugtest auf Auslegware
Jetzt geht es mit einem Streifen Paniermehl auf die Auslegware. Natürlich werden die Krümel auch ein wenig eingerieben. Dann ein Zug auf kleiner Stufe über den Streifen und ein Zug auf höchster Stufe.
Auf Stufe 1 läuft der Levoit LVAC-300 leise, bringt aber auch nicht ganz so viel Leistung mit. Grob ist es sauber, man sieht aber doch, dass sich die Saugkraft mittig konzentriert und weiter außen immer mehr liegen bleibt.
Auf Stufe 3 wird es ein klein wenig besser, allerdings presst mehr Saugkraft die Düse mehr auf den Untergrund, wodurch links und rechts an kleinen Punkten etwas weggeschoben wird.
Die anschließende großflächige Reinigung geht fix und spätestens beim zweiten Zug über den Boden ist alles weg. Etwas mehr Saugkraft hätte ihm bestimmt nicht geschadet, aber in Anbetracht des Preises, ist der Gesamteindruck gut.
4. Saugtest in Ecken
Auf diesen Test war ich gespannt, denn ich hatte mir die Bodendüse natürlich vorher angesehen. Die meisten Bodendüsen haben vorn kleine Stege auf denen die Düse über den Boden gleitet. An diesen bleibt aber Schmutz hängen und wird oft vor sich her geschoben.
Beim Levoit LVAC-300 sind die Auflageflächen wie ein Trichter ausgebildet, wodurch der Schmutz zur Mitte und damit zur Saugöffnung geführt wird. Das macht sich bezahlt und deutlich ist zu sehen, wie über die Düse hinaus gesaugt wird.
Auch seitlich saugt sie etwas weiter als die Düse breit ist, wodurch Ecken letztendlich seitlich und vorne absolut perfekt ausgesaugt werden. Da gibt es echt nichts zu kritisieren.
5. Hanf-Haar-Test
Meine Mädels im Haus haben zwar lange Haare, aber keine war bereit, ihre für den Test zu opfern. Daher nehme ich Hanf, schneide diesen in etwa 20 cm lange Stücke und reibe diese in die Auslegware.
Bisher gab es kaum einen Akkustaubsauger im Test, der diesen Haarersatz nicht schnell aufgenommen hat. Entscheidend ist daher, was damit passiert. Bei etwa 70 % wickeln sich die Fasern auf die Bürste und verbleiben da, bis man sie manuell entfernt. Das müsste man also mit langen Haaren machen.
Etwa 20 % wickeln die Fasern ganz oder zum Teil auf, jedoch lösen sie sich nach mehreren Anläufen wieder und landen letztendlich doch in der Staubbox. Damit kann man bei der täglichen Nutzung absolut leben.
Maximal 10 % aller bisher getesteten Akku-Staubsauger sind in der Lage, diese Fasern und somit auch lange Haare aufzusaugen und diese sofort in der Staubbox verschwinden zu lassen. Dazu gehört auch der Levoit LVAC-300 Plus. Top!
6. Reinigung der Staubbox
Niemand möchte sicher meinen eigesaugten Schmutz sehen und darum “teste” ich die Benutzung der Staubbox bevor irgendetwas eingesaugt wurde. Dann sehen auch die Fotos schöner aus 😉
Wie bei den meisten Akku-Staubsaugern, gibt es eine Verriegelung, die die Staubbox vom Levoit LVAC-300 löst. Das ist einfach zu händeln und da ist auch nichts Besonderes dran.
Dann gibt es eine weitere Verriegelung, mit der sich der Deckel unten öffnet und der Schmutz entsorgt werden kann. Das funktioniert zwar auch wenn sich die Staubbox noch am Akku-Staubsauger befindet, aber darin sehe ich wenig Sinn.
So weit ist alles gut und es gibt auch nichts zu kritisieren. Dann macht die Staubbox leider alles verkehrt, was man verkehrt machen kann und zur weiteren Reinigung sollte man Handschuhe tragen.
Wickeln sich nämlich Haare um den Vorfilter und müssen diese von Hand entfernt werden, muss in die schmutzige Staubbox gegriffen werden, um das Innenteil zu verdrehen und dann zu entnehmen. Das ist schon etwas ekelig.

Dasselbe gilt für den Schaumstofffilter, der von oben in der Staubbox steckt. Der feinere Filter hat noch eine Lasche, an der er entnommen werden kann. Der dicke Schaumstofffilter nicht und auch hier muss man voll reingreifen.
7. Reinigung der Bürste
Auch wenn im Test der Hanf komplett eingesaugt wurde, werden sich im Laufe der Zeit immer mal wieder Haare um die rotierende Bürste wickeln und diese muss zur Reinigung entnommen werden.
Dann wird an der Bodendüse auf die Entriegelungstaste gedrückt, der Seitendeckel etwas nach oben gedreht und die Bürste kann seitlich herausgezogen werden. Einfacher geht es kaum und mehr muss dazu auch nicht gesagt werden.
Mogelpackung Filterklasse
Die Überschrift klingt reißerisch, die Filterklasse ist mir aber auch sehr wichtig, denn gerade dieser Punkt ist für Allergiker wichtig und da lügen viele Hersteller, dass sich die Balken biegen.
Glaubt man den Versprechen im Netz, besitzt jeder Akku-Staubsauger mindestens einen HEPA H13 Filter. Zumindest ist überall von einer HEPA-Filterung die Rede und H13 wäre die kleinste HEPA-Klasse.
Auch Levoit schreibt bei seinem LVAC-300 Plus lediglich von einem HEPA-Filter und schnell denkt man “Wieder einer, der nur HEPA schreibt und nichts weiter dazu angibt. Wird also auch hier nicht stimmen.”
Falsch! Tatsächlich schreibt Levoit lediglich von einem HEPA-Filter, auf dem Karton ist dann jedoch eine Filterleistung von 99,99 % (Partikel bis 0,3 µm) zu finden, was der Filterklasse HEPA H13 entspricht und nach ASTM F3150-18 geprüft wurde.
Genau so muss es angegeben werden und damit macht Levoit alles richtig. Ich persönlich hätte die Angabe aber auch im Web-Shop gemacht. Die Staubaufnahme von 99,9 % wird hier schließlich auch korrekt gemäß EN 60312-1 angegeben.
Fazit Levoit LVAC-300 Plus Test
Der Levoit LVAC-300 zählt mit rund 230 € eher zu den günstigeren Akku-Staubsaugern und ist daher nicht mit den ganz großen vergleichbar. Aber und in Anbetracht des Preises, schlägt er sich ziemlich gut.
Die Bedienung ist einfach und bringt drei Saugstufen mit – eine Schmutzerkennung oder automatische Saugkraftregulierung gibt es nicht. Dafür aber eine Akku-Anzeige in Prozent, die der LVAC-200 nicht hat.
Bei der Arbeit schlägt sich der Levoit LVAC-300 Plus richtig gut. Auf Teppichböden oder Auslegware könnte er gern etwas mehr Saugleistung mitbringen aber die Reinigungsleistung ist gut und in Ecken sogar perfekt.

Das “Plus” im Namen steht für ein erweitertes Zubehörpaket zu dem weitere Düsen und Ersatzfilter gehören. Auch wenn es keine angetriebene Polsterbürste dazu gibt, sollte man sich das Paket schon aufgrund der Filter gönnen.
Der Akku hielt im Test auf höchster Stufe, mit Bürstendüse und unter Belastung auf Auslegware 14 Minuten durch, was ein solides Ergebnis ist und sogar über den Herstellerangaben liegt. Die versprochen 25 min auf Stufe 2 oder 40 min auf Stufe 1 sind somit absolut realistisch.
Nicht ganz so gut gefällt die Staubbox, deren Innenteil sich zur Reinigung nur entnehmen lässt, wenn man mit der Hand in die schmutzige Box greift. Das hätte man besser lösen können.


Als gelernter Facharbeiter für Zerspanungsmechanik, Hausbauer und ambitionierter Heimwerker, habe ich als Ausgleich viel Zeit im Internet verbracht, Bosch bei der Moderation seiner Heimwerker-Community unterstützt, ein Bautagebuch geführt und meinen Heimwerker-Blog veröffentlicht.
Heimwerker.de erkannte meine Talente und holte mich als Redakteur für Fachbeiträge und Testberichte ins Boot. Nach und nach wurde Heimwerker.de schließlich zu meinem Baby, um das ich mich liebevoll gekümmert habe. Aber Babys werden groß und gehen ihre eigenen Wege. So wie ich jetzt als freier Redakteur (hauptsächlich) für Testberichte.


































