Levoit Core 300S Test: Für Allergiker ein wichtiges Thema, allerdings muss man kein Allergiker sein, um saubere Luft zu mögen. Feinstaub gibt es schließlich überall und die wenigsten mögen ihn.
Im Test habe ich heute daher einen Luftfilter, der die Wohnqualität deutlich verbessern soll. Es wird natürlich schwer, das Ergebnis der Luftreinigung exakt nachzuweisen, aber das haben zum Glück schon andere gemacht.
Technische Daten Levoit Core 300S
| Luftreinigung | 258 m³/h CADR |
| ideale Raumgröße | 🙁 Hersteller: 50 m² (2 ACH = 2 Luftwechsel pro Stunde) 🙂 besser: 18 – 28 m² |
| Filter | HEPA H13 (99,97 % 0,1 – 0,3 µm) |
| Leistungsaufnahme | max. 39 W |
| Abmessungen | 22 x 22 x 36 cm |
| Gewicht | 2,7 kg |
| Betriebsbedingungen | 10 – 40 °C, <85 % Luftfeuchtigkeit |
| Konnektivität | WLAN 2,4 GHz, Bluetooth |
Etwas schade ist, dass Levoit die optimale Raumgröße nach 2 Luftwechsel angibt. Für eine wirklich saubere Luft, sollte diese jedoch 4 – 6 mal pro Stunde gereinigt werden.
Unnützes Fachwissen?
Ich will einen Luftreiniger, also kaufe ich ein Gerät auf dem Luftreiniger steht und der für meine gewünschte Raumgröße geeignet ist – fertig. So ist es doch oft, oder?
Bei mir ist es noch ein klein wenig anders, denn aufgrund meiner Tätigkeit, habe ich mich mit den Filterklassen beschäftigt und würde darauf achten, dass der Luftreiniger mindestens einen HEPA H13 Filter besitzt.

Ein HEPA-Filter ist nicht immer ein HEPA-Filter
An der Stelle möchte ich auch darauf hinweisen, dass viele Hersteller bei ihren Produkten nur von einem HEPA-Filter schreiben. Darauf sollte man sich allerdings niemals verlassen, da der Begriff sehr inflationär genutzt wird.
Es sollte mindestens die Filterklasse angegebenen sein. Es gibt die EPA-Filter (E10 bis E12), die HEPA-Filter (H13 und H14) und die ULPA-Filter (U15 bis U17).
Besser ist es noch, wenn auch die Filterleistung in Prozent dazu angegeben wird. Diese bezieht sich auf Partikel der Größe 0,1 bis 0,3 Mikrometer und muss für einen HEPA H13 Filter beispielsweise über 99,95 % betragen.
| EPA | E10 | > 85 % |
| EPA | E11 | > 95 % |
| EPA | E12 | > 99,5 % |
| HEPA | H13 | > 99,95 % |
| HEPA | H14 | > 99,995 % |
| ULPA | U15 | > 99,9995 % |
| ULPA | U16 | > 99,99995 % |
| ULPA | U17 | > 99,999995 % |
CADR (in cfm)…???
Google hilft aber ich fasse es kurz zusammen. CADR steht für Clean Air Delivery Rate (Luftreinigungskapazität) und dies Angabe gibt es schon ziemlich lange.
Bei fast allen Geräten die Luft bewegen, wird angegeben, wieviel Kubikmeter Luft sie pro Stunde durchblasen. Abgekürzt wird die Einheit mit m³/h oder man nutzt Kubikfuß pro Minute (cfm). 1 cfm entspricht etwa 1,7 m³/h
Cfm (oder m³/h) sagt aber nur aus, wie viel Luft bewegt wird, was bei Ventilatoren sicher die einzig sinnvolle Angabe wäre. Bei Luftreinigern geht es aber auch darum, wieviel Luft tatsächlich gereinigt wird und da kommt CADR ins Spiel.
CADR (Clean Air Delivery Rate – Luftreinigungskapazität) wird zwar auch in Volumen pro Stunde oder Minute angegeben, bezieht sich aber nicht auf den blanken Luftaustausch, sondern darauf, wie viel Luft dabei tatsächlich auch gereinigt wird.
Der Luftreiniger Levoit Core 300S Pro ist beispielsweise mit 258 m³/h CADR angeben, was bedeutet, dass er diese Menge an Luft reinigt. Die Menge an eingesaugter und ausgeblasener Luft liegt deutlich höher.
Aber was sagen uns 258 m³/h CADR nun genau? Dieser Wert verrät uns, für welche Raumgröße der Luftreiniger tatsächlich geeignet ist. Für normale Wohnräume sind 250 m³/h gut, für große Räume oder speziell für Allergiker sollte der Wert bei 500 bis 700 m³/h liegen oder man nutzt zwei Geräte.
Berücksichtigt man die benötigten Luftwechsel und geht von einer Raumhöhe mit 230 cm aus, ergibt sich für den Luftreiniger Levoit Core 300S Pro:
| Luftwechsel pro Stunde | sinnvolle Raumgröße |
|---|---|
| 6 (sehr gut) | ca. 18,7 m² |
| 5 (gut) | ca. 22,4 m² |
| 4 (noch gut) | ca. 28,0 m² |
| 3 (Grundreinigung) | ca. 37,4 m² |
Das sieht doch ein wenig anders aus, als vom Hersteller empfohlen (50 m²). Aber man muss zu Gute halten, dass Levoit keine utopischen oder nicht nachvollziehbaren Werte angibt.
Der CADR-Wert ist angegeben und es wird ebenso klar kommuniziert, dass sich die empfohlene Raumgröße auf 2 Luftwechsel pro Stunde bezieht. Das zwei Luftwechsel jetzt nicht das Optimum sind, ist eine andere Sache.

Der erste Eindruck
Nach all der Theorie kommen wir endlich zum Luftreiniger selbst – dem Levoit Core 300S. Der zeigt sich recht schlicht als große runde Säule. Der Durchmesser liegt bei 22 cm und die Höhe bei 36 cm. Farblich ist er ebenso schlicht in eine hellen Grau (würde ich so nennen) gehalten.
Klar, größentechnisch ist er dann doch nicht so schlicht aber einerseits braucht der Filter eine möglichst große Fläche und auch ein Lüfterrad wird mit zunehmender Größe bei gleicher Luftleistung leise. Die Größe hat also einen Grund.
Oberhalb gibt es die Bedieneinheit mit Sensortasten und muss mal der Filter gewechselt werden, lässt sich der Boden durch eine Drehbewegung abnehmen und der große Lamellenfilter kommt zum Vorschein.
Bisher noch kein technisches Wunderwerk von besonderer Schönheit aber zweckmäßig, ansprechend und qualitativ gibt es absolut nichts zu bemängeln. Was ich mir allerdings gewünscht hätte, wäre eine altbackende Fernbedienung dazu.
Funktionen am Levoit Core 300S
Ohne Fernbedienung erfolgt die erste Bedienung direkt am Gerät, wozu es oberhalb Sensortasten und leuchtende Symbole gibt. Das Power-Symbol kennt sicher jeder und mit einem kurzen Fingertipp schaltet sich der Luftreiniger ein.
Zu sehen sind weiterhin ein Timersymbol, ein Mond für den Nachtmodus, ein Lüfterrad mit Stufe 1 bis 3, das Zeichen für den Automatik-Modus, eine manuelle Abschaltung der Symbolbeleuchtung und ein Schloss für die Tastensperre.
Damit wird bereits deutlich, dass hierfür keine Bedienungsanleitung benötigt wird. Dass mit der Timertaste ein Timer von 1 – 12 Stunden eingestellt werden kann oder die Lüftertaste die drei Lüfterstufen durchschaltet, wird ersichtlich, wenn diese ausprobiert.
Interessant ist eventuell noch, dass es einen leuchtende Ring gibt, der mittels Farbe (Blau, Grün, Orange, Rot) die aktuelle Luftqualität von sehr gut über gut und mittelmäßig bis schlecht anzeigt. Im Automatik-Modus passt sich dementsprechend die Lüfterstufe an.
Steuern mit der App VeSync
Eine Fernbedienung gibt es zum Luftreiniger Levoit Core 300S zwar nicht aber dafür WLAN, eine App und auch die Verbindung mit Sprachsteuerungen (Amazon Alexa und Google Assistant) ist möglich.
Was schon ziemlich erstaunlich ist, ist die sehr positive Bewertung im Google Playstore. Bei 36000 Bewertungen sind es 4,4 Sterne. Gerade bei smarten Apps gibt es normaler Weise immer extrem viele kritische Stimmen. Hier offensichtlich nicht.
Also die App installiert und mit einem Klick auf das + können neue Geräte hinzugefügt werden. Der Levoit Core 300S wird sofort gefunden, man soll 5s auf Power drücken und schon wird die Verbindung hergestellt.
Nun noch die WLAN-Daten eingeben, mit Alexa und/oder Google verbinden und das war es dann auch schon und der Luftreiniger kann bedient werden. Selbstverständlich ist es aber auch möglich, Räume anzulegen und die Geräte zuzuordnen.
Funktionen in der App
Klar, VeSync ist eine Smarthome-App, die sich nicht nur auf die Bedienung des Levoit Core 300S beschränkt. Daher lassen sich auch typische Szenen mit Auslöser und Reaktion erstellen, Räume und ganze Adressen verwalten.
Ebenso widmet sich die App der Gesundheit, verbindet sich mit Fitbit und Co., Küchengeräten von Cosori, zeigt Rezepte und man kann sogar sein Essen tracken. Aber um all das geht es hier nicht. Ich beschränke mich rein auf die Nutzung des Levoit Core 300S.
Beim Öffnen wird mir angezeigt, dass die Luft in meinem Büro ein sehr gut bekommt. Darüber steht eine 1, die angibt gibt, dass sich Partikel bis 2,5 µm zu einem Anteil von maximal 1 µg je Kubikmeter (µg/m³) in der Luft befinden.
Nebenbei: Da sich bei so guter Luft die Fähigkeit eines Luftreinigers kaum bestätigen lässt, zünde ich gleich mal zwei Kerzen an, die mehr Feinstaub produzieren als man denkt. Dazu dann später mehr
Weiter mit der App, die natürlich alle Einstellungen erlaubt, die auch direkt am Gerät möglich sind. Dazu sind Grundeinstellungen zum Gerät möglich, die Filterlebensdauer wird angezeigt und auch ein Graph zur Luftqualität
Praktischer Test des Levoit Core 300S
Wie gerade erwähnt, habe ich in meinem Büro bereits sehr saubere Luft, obwohl der 3D-Drucker heute schon reichlich gearbeitet hat. Ich könnte mir zwar eine Zigarette anzünden, aber damit würde ich auch die Ehefrau-Bombe zünden. Das lasse ich mal lieber.

Test 1 – Kerzen im Raum
Stattdessen brenne ich zwei Kerzen an und beobachte eine Weile. Der Luftreiniger bleibt noch aus, ich starte nur immer mal kurz, um auf die Werte zu sehen. Nach 10 Minuten lag es schon bei 5 µg/m³, was aber noch als sehr gut zählt.
Aber nach einer Stunde werden noch immer nur 5 µg/m³ angezeigt. Entweder verunreinigen sie die Luft doch nicht so sehr oder ich bewege mich zu wenig und der feine Staub setzt sich ab.
Also greife ich zu drastischeren Mitteln – Kerze auspusten.
Da diese mit einem relativ geringem Abstand zum Levoit Core 300S stehen, registriert dieser sofort die Luftbelastung von über 700 µg/m³, erhöht automatisch die Leistungsstufe und senkt den Wert in weniger als eine Minuten wieder deutlich. Nach vier Minuten liegt er wieder bei 10 µg/m³.
Da sich aufgrund der wieder deutlich besseren Luft auch die Leistungsstufe wieder reduziert hat, dauert es danach natürlich länger, auch die letzten 10 µg/m³ wieder auf 1 zu reduzieren.
Test 2 – Kerzen in großer Entfernung
Dasselbe teste ich jetzt erneut, habe die Kerzen aber auf meinem Schreibtisch, während der Levoit Core 300S in etwa 3 m Entfernung steht. Dazu verteilt der SwitchBot Standventilator die Luft im Raum auf kleiner Stufe.
Inzwischen wurde die Partikelmenge wieder auf 4 µg/m³ gesenkt und ich puste die Kerzen aus. Da es hier kaum Luftbewegung gibt, dauert es etwa 2 Minuten bis der Wert auf 21 µg/m³ steigt und der Levoit Core 300S die Leistung erhöht.
Nach 2 weiteren Minuten sind wir beim Maximum von 38 µg/m³ und die Leistung wird ein letztes Mal erhöht. Dann geht es langsam wieder runter. Nach 6 min sind wir bei 30 µg/m³, nach 10 min bei 22 µg/m³ und nach etwa einer halben Stunde wieder runter auf die zuvor gemessenen 4 µg/m³.
Sicher ginge das auch deutlich schneller, wenn durchweg die große Leistungsstufe genutzt wird, aber schließlich hat man nicht ohne Grund smarte Geräte, die das gern automatisch regeln können.
Wissenschaftlicher Test
Diesen wird es bei mir nicht geben, dafür fehlen mir auch die Messmittel. Aber zum Glück haben den andere gemacht, wie der FAZ-Kaufkompass und zufällig hatten auch sie bereits den Levoit Core 300S im Test.
Für ihren Test nutzen sie eine Partikelgenerator und einen Partikelzähler. Sie erzeugen Partikel verschiedener Größen in einem Raum mit etwa 29 m² und prüfen dann viele Partikel der Luftreiniger innerhalb einer Stunde auf höchster Stufe tatsächlich aus der Luft geholt hat.
Zusätzlich wird alle 5 der Messwert ermittelt und der Test bei geringer Leistungsstufe und im Nachtmodus wiederholt.
Um es Kurz zu machen, für eine Auszeichnung hat es im Test zwar nicht gereicht, sie sagen ihm aber eine solide Leistung nach und können keine wirklich negativen Punkte finden. Allerdings ist er bei der Luftreinigung nicht der Schnellste.
“Wissenschaftlich kann ich nur die Lautstärke messen und die reicht in direkter Nähe von 36,7 bis 71 dB. Im Automodus und bei sauberer Luft ist er also kaum zu hören und auf höchster Leistungsstufe dann doch ziemlich aufdringlich. Das wäre aber nur kurze Momente, wenn beispielsweise gerade eine Kerze ausgeblasen wurde.
Fazit Levoit Core 300S Test
Der Levoit Core 300S ist kein technisches Wunderwerk und zeichnet sich auch nicht durch besondere Funktionen oder einer enormen Filterleistung aus. Aber er arbeitet solide negative Punkte sind nicht zu finden.
Die Bedienung kann am Gerät oder über die App VeSync erfolgen. Ebenso ist die Anbindung und die Sprachassistenten Amazon Alexa sowie Google Assistant möglich.
Gut gefällt, dass Luftqualität tatsächlich gemessen und für die Partikelgröße von 2,5 µm auch in der App angezeigt wird.
Der Automatik-Modus überwacht dauerhaft die Luft und reagiert sehr schnell auf sich ändernde Werte. Je nach Grad der Verschmutzung passt sich die Leistungsstufe an und schnell wird dafür gesorgt, dass die Luft wieder sauber ist.

Man sollte sich jedoch auf laufende Kosten einstellen. Zwar benötigt der Automatik-Betrieb zur Überwachung lediglich 3 Watt (36 Watt auf höchster Stufe), jedoch sind die Ersatzfilter mit 32 bis 40 € nicht so günstig und sollten alle 6 – 8 Monate ausgetauscht werden.
Gut gefällt dabei aber, dass man beim Kauf die Wahl hat, welcher Filter genutzt werden soll. Der Standardfilter, ein Filter gegen Schimmelsporen, bei Haustierallergie oder speziell für Abgase.


Als gelernter Facharbeiter für Zerspanungsmechanik, Hausbauer und ambitionierter Heimwerker, habe ich als Ausgleich viel Zeit im Internet verbracht, Bosch bei der Moderation seiner Heimwerker-Community unterstützt, ein Bautagebuch geführt und meinen Heimwerker-Blog veröffentlicht.
Heimwerker.de erkannte meine Talente und holte mich als Redakteur für Fachbeiträge und Testberichte ins Boot. Nach und nach wurde Heimwerker.de schließlich zu meinem Baby, um das ich mich liebevoll gekümmert habe. Aber Babys werden groß und gehen ihre eigenen Wege. So wie ich jetzt als freier Redakteur (hauptsächlich) für Testberichte.




















