Creality SPARKX i7 Test: Lange hat es gedauert, bis ich die Möglichkeit bekommen habe, den Creality SPARKX i7 zu testen. Und nein, er wurde mir nicht von Creality zur Verfügung gestellt, ich habe mir Punkte in der Creality Cloud verdient und diese gegen den Drucker eingelöst.
Aber nun ist es so weit und ich kann denSPARKX i7 auch ein wenig mit dem Creality Hi vergleichen, was die Sache (für mich) interessant macht.
Technische Daten Creality SPARKX i7
| Bauraum | 260 x 260 x 255 mm |
| Gesamtgröße | 470 x 423 x 456 mm (9,28 kg) |
| Konnektivität | USB-A, WLAN und Cloud |
| Toleranzen | 0,1 mm (auf 100 mm) |
| max. Geschwindigkeit | 500 mm/s |
| max. Beschleunigung | 10000 mm/s |
| Filamentdurchmesser | 1,75 mm |
| Hotend | Dreimetall-Düse (Schnellwechsel) Cu mit gehärteter Stahlspitze bis max. 300 °C |
| Extruder | Metallzahnräder Filament-Cutter |
| Druckplatte | PEI doppelseitige magnetische Druckplatte |
| Bedienung | 2,85″ Touchscreen, PC, Smartphone |
| Aufheizzeit | Druckbett 25 – 60 °C – falsche Angabe Druckbett 25 – 100 °C – falsche Angabe Hotend 25 – 200 °C – 45 Sekunden |
| Besonderheiten | 4 Farben Autonivellierung Filamentsensor Fortsetzung nach Stromausfall Kamera |
Ein neues Entwicklerteam bei Creality?
Ich muss sagen, dass ich die Entwicklungsgeschichte ein wenig dubios finde. Es ist jetzt etwa ein Jahr her, dass der Creality Hi vorgestellt wurde. Jetzt wurde er wieder eingestampft, ist nicht mehr erhältlich und stattdessen gibt es den Creality SPARKX i7.
Das Kuriose dabei ist, dass der SPARKX ganz offensichtlich keine Verbesserung des Hi ist. Es ist ein völlig neuer 3D-Drucker, an dem vieles ganz anders umgesetzt wurde als man es vom Hi oder anderen Creality Drucker kennt.
Das wirft die Frage auf: “Haben hier gleichzeitig zwei Teams an zwei verschiedenen Druckern gearbeitet?” Wie ist es sonst möglich, dass zwei verschiedene Konzepte in so kurzer Zeit veröffentlicht werden?
Erfahren werden wir es wohl nie. Ich für meinen Teil finde es jedenfalls sehr schade, dass es den Hi nicht mehr geben wird. Er ist zwar nicht so schnell wie ein K2, arbeitet bei mir aber extrem zuverlässig und ich nutze ihn gern.
Aufbauen des Creality SPARX i7
Eigentlich müsste es “Auspacken des Creality SPARKX i7” heißen, denn tatsächlich muss man gar nichts aufbauen und fast kann man dem Werbeversprechen “Alles in unter 5 Minuten einsatzbereit” Glauben schenken.
Ganz so fix geht es aber ganz sicher nicht, denn alleine der Selbsttest nach der Inbetriebnahme benötigt schon 10 Minuten. Ansonsten müssen tatsächlich nur alle Transportsicherungen entfernt und Spulenhalter sowie PTFE-Schläuche angesteckt werden.
Danach kann der Creality SPARX i7 für den Test schon eingeschaltet werden, was für bunte Bildchen auf dem recht kleinen Display sorgt. Mit gerade mal 2,85 Zoll finde ich das schon sehr klein. Aber ok, meist erfolgt die Bedienung eh via Creality Print.
Also folgen wir erst einmal dem Assistenten, wählen die Sprache aus (leider nur Chinesisch und Englisch, inzwischen auch Deutsch), richten das WLAN ein, verbinden mit der Cloud und starten den Selbsttest. Eine halbe Stunde sollte man für alles schon einplanen
Was ist besonders am Creality SPARKX i7?
Glaubt man dem Werbe-Versprechen von Creality, haben wir hier das absolute Highend-Gerät von einem 3D-Drucker. Er spart 50 % Purge-Abfall, bietet eine neue KI, ist eine Design-Revolution und man könnte sogar im Schlafzimmer drucken, so leise ist er.
All das Blabla können wir uns schenken und das meiste ist Quatsch. Nehmen wir beispielsweise die tolle KI, die gar nicht im Drucker steckt, sondern eine Funktion der Creality Cloud ist. Die Selbstnivelierung/Kalibrierung gibt es schon lange und auch der Farbwechsel ist nicht neu.
Aber schauen wir uns mal die Unterschiede zum Creality Hi an. Die sind definitiv da und einiges wurde anders umgesetzt. Ob wirklich alles besser ist? Finde ich nicht unbedingt.
- Das Display ist kleiner und lässt sich nicht mehr so frei bewegen.
- X-Antrieb und Purge-Station wurden getauscht (links/rechts), was irrelevant ist.
- Die Druckfläche ist identisch aber die Druckhöhe beim SPARKX i7 um 45 mm geringer.
- Die technischen Daten (Temperaturen, Geschwindigkeiten….) sind nahezu gleich.
- Die Leistungsaufnahme fällt mit 700 statt 1150 Watt deutlich geringer aus.
- Werkzeugloser Hotendwechsel.
- Kein RFID-Leser am Drucker.
- CFS lite mit maximal 4 statt CFS mit 16 Farben.
Alles in allem ist der Creality SPARKX zwar in vielen Teilen anders aufgebaut, in meinen Augen deswegen aber nicht besser. Ja, der schnelle und einfache Hotendwechsel hat schon was, aber wie oft ist der nötig?
Bis zu diesem Punkt begeistert mich der SPARKX noch nicht wirklich. Oder besser gesagt, er begeistert mich nicht mehr als der Hi und bisher sehe ich keinen Grund, warum das Projekt Creality Hi für den SPARKX eingestampft wurde.
Kalibrierung und Einrichtung
Bei der ersten Einrichtung wird immer der Selbsttest gefordert und diesen sollte man natürlich auch durchlaufen lassen. Input-Shaping und das Ausmessen der Druckfläche gehören natürlich dazu.
Das Ergebnis des Ausmessens kann allerdings nicht so überzeugen. Über 0,7 mm ist das Bett schief und das bei einer relativ geringen Größe von 260 x 260 mm. Das ist viel und eine manuelle Nivellierung ist nicht wirklich möglich.
Was sich Creality bei Befestigung der Druckplatte gedacht hat, weiß ich nicht. Wie üblich liegt sie auf Federn auf, wie man das von vielen 3D-Druckern kennt. Allerdings wird sie dann mit seitlichen Schrauben fixiert, was irgendwie gar keinen Sinn macht.
So befestigt verlieren die Federn jegliche Funktion, da die Druckplatte am Rahmen festgeschraubt wird. Davon abgesehen ist es unmöglich, mittels dem Gewinde der Schrauben die Druckplatte wenigstens etwa zu korrigieren.
Es bleibt einem nur die Möglichkeit, eine Schraube zu lockern, die Platte an der einen Ecke “gefühlt” 0,2 mm anzuheben und die Schraube dann wieder anzuziehen. Eher durch Zufall, bin ich so auf eine Range von 0,275 mm gekommen.
Für weitere Kalibrierungen steht leider nicht viel zur Verfügung. Creality verspricht zwar eine “automatische Flusskalibrierung” aber diese scheint es nicht zu geben oder sie funktioniert nicht. Zumindest funktioniert sie nicht so, wie man sie von der K2-Serie kennt und wie sie sich vor jedem Druck aktivieren kann.
Zu erkennen ist nur, dass beim Programmstart die Düse über den Abfallbereich steht, die Y-Achse mehrmals vor und zurück fährt und in passender Geschwindigkeit Filament entsorgt wird.
Es ist schwer vorstellbar, dass so die Flusskalibrierung funktionieren soll, zumal dieser Vorgang immer stattfindet und es völlig irrelevant ist, ob die Kalibrierung aktiviert wurde oder nicht.
Ist das CFS lite besser als das CFS?
Um es auf den Punkt zu bringen – ich finde nicht! Gut gefällt die etwas eckigere Form, wodurch alles etwas aufgeräumter wirkt. Ebenso wurde die Stellfläche verkleinert und statt der großen Haube, gibt es jetzt eine Klappe, die nach vorne öffnet.
Wer jetzt aber denkt, man hätte dadurch gerade nach oben Platz gewonnen, der irrt sich. Beim CFS benötigt die Haube (der Deckel) den Platz und beim CFS lite sind es die PTFE-Schläuche. Insgesamt ist man durch diese auch nicht mehr ganz so flexibel bei der Platzwahl.
Verzichtet wurde beim CFS lite auf eine aktive Filamentstraffung. Das heißt, unter den Spulen sitzen keine Motoren, die die Spulen vorwärts oder rückwärts antreiben.
Es wirkt zwar ein wenig beängstigend, dass sich das Filament so sehr locker um die Spulen wickelt, aber da das Filament nicht mehr so weit zurückgezogen werden muss, funktioniert das auch so super.
Vereinfachter Hotend-Wechsel
Der Creality SPARKX i7 richtet sich in erster Linie an Einsteiger, denen vieles einfacher gemacht werden soll. Bis zu diesem Punkt unterscheidet sich der i7 da allerdings kaum von anderen 3D-Druckern. Die Eingansformgebung und Autonivellierung bieten inzwischen fast alle.
Aber kommen wir zum Hotend-Wechsel, der sich tatsächlich deutlich einfacher gestaltet. Einfach die Abdeckung abnehmen und das Hotend abziehen.
Ok, ganz so einfach ist es nicht, da man schon bei der Abdeckung Angst hat, etwas abzubrechen. Und auch das Hotend lässt sich nicht so einfach abziehen.
Erst muss die Verriegelung gelöst, dann das Hotend nach unten gedrückt und nach vorne abgezogen werden. Aber grundlegend funktioniert alles ohne Werkzeug. Nachteilig, für eine andere Düse muss das Bauteil komplett gewechselt werden, was den Preis (etwa 20 €) nach oben treibt.
Aber das ist natürlich noch nicht alles. Oberhalb gibt es noch eine Verriegelung, die geöffnet werden kann, um teilweise in den Extruder zu sehen und Blockaden zu lösen.
Eine weitere Verriegelung auf der linken Seite ermöglicht es zusätzlich, mit zwei Handgriffen die Klinge des Cutters auszuwechseln. Insgesamt schon ein paar nette Futures aber für mich keine besonderen Highlights.
Der Creality SPARKX i7 im praktischen Test
Nach all der Theorie muss der Creality SPARKX i7 nun endlich zeigen was er kann und das, als erstes mit dem auf dem Stick gespeicherten Benchy. Genutzt wird dazu die kleine Kostprobe an beiliegenden Hyper-PLA.
Es dauert etwa 4 min bis der eigentliche Druck beginnt und dann nochmal 22 Minuten bis er fertig ist. Das ist jetzt nicht besonders schnell (der K2 benötigt 15 min) aber eine solide Geschwindigkeit.
Das spiegelt sich auch in der Qualität des Druckes wieder und mit ein paar Minuten mehr, sieht das Benchy richtig gut aus. Saubere Layer kein Ghosting und die Überhänge hängen nicht durch.
50 % weniger Abfall?
Als nächstes wird der mehrfarbige Druck getestet, wofür ich immer einen kleinen Pikachu drucke. Hier geht es vor allem um die klare Trennung der Farben und um den dabei entstehenden Abfall. Immerhin verspricht Creality davon 50 % weniger.
Das ist natürlich nur ein Werbeversprechen und niemand weiß genau, mit welchem Gerät hier verglichen wurde. Ich beschränke mich mal auf die Creality Drucker und da sind es definitiv keine 50 %.
Neben dem 7 g schweren Pikachu produziert der Creality SPARKX i7 etwa 21 g Purge-Abfall. Dasselbe habe ich beim Creality Hi getestet und da waren es 20 g. Beim Creality K2 Pro 26 g und beim Elegoo Centauri Carbon 2 Combo 19 g.
Genau genommen spart der Creality SPARKX i7 gar nichts an Abfall und wie sollte das auch möglich sein? Das Filament wird oberhalb abgeschnitten und danach muss der Rest aus der Düse gepresst und die Düse gespült werden. Das ist bei allen Mehrfarbdruckern ohne Düsenwechsel ähnlich.
Was der Creality SPARKX i7 natürlich spart ist Zeit. Anders als beim bisherigen CFS muss das Filament nicht bis in das CFS zurückgezogen werden. Der Wechsel funktioniert daher ein wenig schneller.
An der Qualität des mehrfarbigen Druckes gibt es wenig auszusetzen und gerade die erste Schicht zeigt eine absolut perfekte Farbtrennung. Die Deckschicht sieht nicht ganz so perfekt aus, würde sie aber mit einer exakten Kalibrierung.
Weitere Drucktests mit dem SPARKX
Für weitere Drucktest habe ich mich auf praktische Dinge konzentriert und neben einen Abfallbehälter für den i7 noch eine Toolbox entworfen und eine kleine Lautsprecherbox, was schon lange mal auf dem Plan stand.
Verdruckt habe ich dabei Creality Hyper-PLA, Soleyin Ultra PLA, Creality Hyper PLA-CF und Anycubic PLA Silk. Alles mit den Standard-Einstellungen aus Creality Print, wobei ich maximal den Lüfter etwas reduziert habe.
Insgesamt kann ich dabei absolut nichts kritisieren, alles wurde sauber und in solider Geschwindigkeit gedruckt. Unterschiede zum Creality Hi konnte ich nicht feststellen, der Creality K2 Plus wäre allerdings etwas schneller
Nachteile des Creality SPARKX i7
- Werbung mit Funktionen, die nichts mit dem Drucker zu tun haben
- falsche Werbeversprechen
- schwache Bettheizung mit fehlerhafter Temperaturangabe
- keine manuelle Bettnivellierung möglich
- nicht ausgereifte Cloud-Anbindung
Auch wenn Creality mit 3D-Modelln, KI-Kreationen und Millionen Modellen wirbt, möchte ich darauf gar nicht weiter eingehen, denn all das hat nichts mit dem SPARKX zu tun. Das sind Funktionen der Creality Cloud!
Insgesamt gefallen mir die Werbeversprechen von Creality nicht. Da wird der Drucker mit Funktionen der Cloud beworben, mit einer nicht vorhandenen Flusskalibrierung und mit einer leisen Arbeitsweise, obwohl der i7 bei identischer Geschwindigkeit nicht leiser als andere Drucker ist.
Ebenso stimmt der eingesparte Purge-Abfall von 50 % nicht und auch die maximale Betttemperatur von 100 °C muss ich leider anzweifeln. Erst recht, weil die Steuerung bereits nach wenigen Sekunden eine Temperatur von 100 °C anzeigt.
Das Problem ist, dass der Temperatursensor scheinbar direkt an der Heizfläche sitzt. Sowie die Bettheizung aktiviert wird, schnellt die Temperatur nach oben und behauptet, die Druckfläche hätte eine Temperatur von 100 °C
Tatsächlich sind es zu dieser zeit lediglich 50 °C und selbst nach einer Wartezeit von 10 Minuten konnte ich auf der Druckfläche keinen Punkt messen, der über 90 °C lag.
Absolut gar nicht gefällt mir die Aufnahme der Druckfläche mit der unsinnigen Befestigung und vor allem nicht möglichen manuellen Nivellierung. Das hätte man wirklich besser lösen können.
Nicht ganz so dramatisch aber mal wieder typisch für Creality ist die fehlerhafte Implementierung in die Creality Cloud. Wird eine Druckdatei in der Cloud gespeichert und anschließend an den Drucker geschickt, meldet die App, dass die Datei nicht zum Drucker passt.
Fazit Creality SPARKX i7 Test
Creality hat viel Aufsehen um den SPARKX i7 gemacht und dabei vor allem viele Verbesserungen versprochen. Das CFS lite sollte alles besser machen und für weniger Abfall sorgen. Die integrierte RGB-Beleuchtung für ein tolles Ambiente und vor allem soll der i7 bestens für Einsteiger geeignet sein.
Ganz so viel ist davon im Test nicht geblieben. Der SPARKX ist zwar keine Modernisierung des Hi oder Enders, aber er ist wirklich neu und anders aufgebaut. Echte Verbesserungen würde ich darin jedoch nicht sehen.
Der SPARKX ist nicht schneller als der Hi, er kann nur ein CFS lite mit 4 Farben bedienen schwächelt extrem mit seiner Bettheizung, die nicht nur langsam ist, sondern auch falsche Temperaturangaben ausgibt.
Die Druckqualität ist dagegen wieder super (identisch zum Hi) und gut gefällt, dass sich der Druckkopf leicht warten lässt. Echte Highlights sehe ich im Creality SPARKX i7 jedoch nicht und würde sogar den Creality Hi bevorzugen.


Als gelernter Facharbeiter für Zerspanungsmechanik, Hausbauer und ambitionierter Heimwerker, habe ich als Ausgleich viel Zeit im Internet verbracht, Bosch bei der Moderation seiner Heimwerker-Community unterstützt, ein Bautagebuch geführt und meinen Heimwerker-Blog veröffentlicht.
Heimwerker.de erkannte meine Talente und holte mich als Redakteur für Fachbeiträge und Testberichte ins Boot. Nach und nach wurde Heimwerker.de schließlich zu meinem Baby, um das ich mich liebevoll gekümmert habe. Aber Babys werden groß und gehen ihre eigenen Wege. So wie ich jetzt als freier Redakteur (hauptsächlich) für Testberichte.



































