Akku-Staubsauger Test: Proscenic P12

Akku-Staubsauger Test Proscenic P12

Proscenic P12

199 €
4.2

Qualität/ Eindruck

4.5/5

Zubehör

4.0/5

Filterklasse

4.0/5

Navigation

5.0/5

Lautstärke

3.5/5

Akku-Leistung

4.0/5

Saugleistung

3.5/5

Preis/Leistungsverhältnis

5.0/5

Positiv

  • Sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • Sehr gut zu navigieren
  • Gute Saugleistung
  • Gute Akku-Leistung
  • Höhenverstellbar
  • HEPA H13 Filter
  • Gute Handhabung

Negativ

  • Wandhalterung ohne Ladefunktion
  • Keine angetriebene Polsterbürste
  • Etwas laut
  • Mittlere Saugleistung auf Teppich

Akku-Staubsauger Test Proscenic P12: Ich habe inzwischen rund 30 Kabelstaubsauger und 40 Akku-Staubsauger unter identischen Bedingungen getestet. So wirklich kann ich nicht mehr nachvollziehen, warum viele noch immer Staubsauger mit Kabel benutzen. Mir kommen nur noch Akku-Staubsauger ins Haus.

Aktuell im Test ist der Akku-Staubsauger Proscenic P12. Mit einem Kaufpreis von rund 200 € fällt er ganz klar in den Bereich der günstigen Akku-Staubsauger. Dementsprechend werden auch die Anforderungen angepasst.

Technische Daten des Proscenic P12

Akku25,9 V Li-Ion / 2500 mAh
Akku-Ladung5 Stunden
Akku-Laufzeitmax. 60 Minuten, Turbo-Modus 10 Minuten
Leistungsstufen4 manuelle Stufen
LaustärkeStufe 1: 70,5 dB
Stufe 4: 74,5 dB
Staubbox500 ml
FilterklasseHEPA H13
Abmessungen25 x 18 x 91 (115) cm
Gewicht2,7 kg
Beleuchtunggrüne LED
ZubehörWandhalterung
Ersatzfilter
Fugendüse
2 in 1 Bürste

Lieferumfang und erster Eindruck

Positiv sticht schon mal ins Auge, dass der Karton nicht so groß ausfällt, wie bei den meisten Akku-Staubsaugern. Von Vorteil ist da natürlich, dass sich das Saugrohr in der Länge ändern lässt. Aber dazu später mehr.

Nicht so schön nach dem Öffnen des Kartons, sind die ganzen Tüten, die zum Vorschein kommen. Wirklich jedes Teil wurde in eine Folientüte gepackt und das muss wirklich nicht sein.

Nach dem Entsorgen der Tüten ist wieder alles gut und der hochwertige Eindruck aller Einzelteile überrascht. Ich hatte schon viele Akku-Staubsauger in billig und günstig in der Hand, aber in der Preisklasse wirkte noch keiner so gut.

Hier und da spürt man zwar mal kleine Absätze an den verschraubten Teilen, aber das ist wirklich nicht dramatisch und da sind viele deutlich teurere Akku-Staubsauger nicht besser.

Zum Zubehör gehört ein Ersatzfilter, eine Fugendüse, eine Polsterdüse, die mit verschiebbaren Bürsten auch für Möbel genutzt werden kann und eine Wandhalterung.

Sehr schade finde ich, dass die Wandhalterung keine Ladekontakte besitzt und, dass es keine elektrisch angetriebene Polsterbürste gibt. Kann man in der Preisklasse vermutlich auch nicht erwarten.

Filterklasse HEPA H13 für Allergiker

Man kann es klar und deutlich sagen, bei der Angabe der Filterleistung lügen sehr viele Hersteller. Sie schreiben groß in der Werbung von einem HEPA-Filter und sieht man in die Details, steht da, dass 99 % der Staubpartikel gefiltert werden.

Mit 99 % handelt es sich jedoch gar nicht um einen HEPA-Filter, sondern um einen 2 Klassen tieferen EPA E11 Filter. Laut Auskunft eines namenhaften Herstellers, wird das so gemacht, weil der Begriff HEPA-Filter geläufig ist. Eine Lüge bleibt es trotzdem.

Wird nur der Begriff HEPA verwendet und keine genaue Filterklasse angegeben, sollte man hellhörig werden und genauer hinsehen. Meist handelt es sich nur um einen EPA-Filter, der für Allergiker nicht geeignet ist.

Zurück zum Akku-Staubsauger Proscenic P12. Hier gibt der Herstelle einen HEPA H13 Filter an (also eine genaue Filterklasse) und im Text steht auch, dass 99,99 % der Staubpartikel gefiltert werden. Diese Angaben entsprechen tatsächlich einem HEPA H13 Filter. Dickes Lob dafür.

Und sieht man sich die Filter an, kann man auch davon ausgehen, dass diese Angaben stimmen. Da gibt es wie üblich einen Zyklon-Abscheider, einen Metall-Vorfilter mit kleinen Löchern und zwei Schaumstofffilter oberhalb der Staubbox.

Das wäre die typische Ausstattung. Öffnet man jedoch einen Deckel hinter der Motoreinheit, kommt da noch ein weiterer Lamellenfilter zum Vorschein, der auch die letzten Staubpartikel filtert.

Die Bedienung des Proscenic P12

Eingeschaltet wird der Proscenic P12 mit einem Taster am Pistolengriff. Positiv, der Taster muss nicht festgehalten werden. Der Taster funktioniert als Schalter und der Sauger startet in der zweiten Stufe.

Oberhalb befindet sich ein Display, auf dem der Akkuzustand in Prozent zu sehen ist. Na ja, er ist mehr oder weniger zu sehen, ich finde die Anzeige etwas blass. In hell beleuchteten Räumen dürfte das Ablesen schwer fallen.

Gleichfalls auf dem Display ist ein Sensor-Schalter, mit dem die Saugstufen durchgeschaltet werden können. Neu gestartet wird aber immer auf Stufe 2.

Im Test zum Glück nicht gesehen, habe ich zwei weitere Anzeigen, die eine blockierte Bürste oder ein verstopftes Saugrohr anzeigen. Die vier Saugstufen werden mit vier Ventilatorsymbolen gekennzeichnet.

Gute Handhabung und Führbarkeit

An der Bedienung gibt es nichts auszusetzen, auch wenn ich mir schon eine Schmutzerkennung und automatische Saugkraftregulierung gewünscht hätte. Der Proscenic P11 smart bietet eine solche Funktion.

Dafür gefällt die Handhabung des Proscenic P12 etwas besser. Dieser bringt nämlich ein verstellbares Saugrohr mit, dass sich um etwa 24 cm verstellen lässt. Positiv dabei – der Verstellmechanismus ist komplett aus Metall.

Positiv zeigt sich ebenfalls das Führungsverhalten. Auf Hartböden (im Test Laminat) funktioniert die Lenkung absolut exakt und der Proscenic P12 lässt sich richtig gut führen. Auf weicher Auslegware rutscht er etwas, aber das bewegt sich absolut im Rahmen.

Praktischer Test des Akku-Staubsaugers Proscenic P12

Der praktische Test von Akku-Staubsaugern beginnt bei mir mit einem Lautstärketest und in diesem Fall mit einer großen Überraschung.

Ich muss gestehen, dass ich den Proscenic P12 bereits kenne und nicht das erste Mal in der Hand halte. Bei einem Test für ein anderes Portal, fiel er allerdings durch eine enorm laute und extrem unangenehme Lautstärke auf. Gemessen wurden je nach Saugstufe 76 bis 85 dB.

Das Gerät, das ich jetzt hier habe, klingt deutlich angenehmer und pfeift nicht so. Das Messgerät zeigt auch nur Werte von 70,5 bis 74,5 dB an. Das ist etwas kurios, aber ich muss im Test das bewerten, was ich teste und damit ist der Proscenic zwar nicht gerade leise aber auch nicht unbedingt sehr laut. In der Preisklasse absolut ok.

Saugtest auf Hart- und Weichboden

Hartböden zu saugen, stellt für keinen Akku-Staubsauger ein Problem dar. Das funktioniert sogar mit schwachen Handstaubsaugern. Interessant wird es jedoch in Ecken, wozu ich zwei Hocker im rechten Winkel aufgestellt und im Zwischenraum Semmelbrösel verteilt habe.

Entlang einer Kante wird die Ecke ausgesaugt und dabei bewertet, wie gut der Schmutz seitlich und an der Vorderkante aufgenommen wird.

Das Ergebnis ist ähnlich zu den anderen Modellen, die ich von Proscenic bereits getestet habe. An der Vorderkante wird kräftig gesaugt und sogar der Schmutz unterm Hocker hervorgeholt. Seitlich sieht es nicht ganz so gut aus und es bleibt ein kleiner Streifen liegen.

Das ist kein perfektes Ergebnis, aber wenn man es weiß, saugt man Kanten immer frontal ab. Damit kann man sich also arrangieren.

Auf Teppichböden ist das Testergebnis etwas durchwachsen. Unser Abtreter im Flur besitzt sehr kurze Fasern und wird nahezu perfekt abgesaugt. Anders sieht es auf der etwas dichteren Auslegware aus, hier bleibt doch einiges liegen.

Der Proscenic P12 ist daher eher etwas für Hartböden und sehr kurzflorige Auslegware. Für dichtere Beläge sind die Bürsten etwas weich und dringen nicht tief genug ein.

Ist grünes Licht besser?

Proscenic wirbt mit der „Vertect™ Vorderbeleuchtung“, die den Schmutz auf dem Boden besser sichtbar machen soll. Etwas ähnliches kennt man von Vorwerk mit einem ebenfalls grünen Licht.

Mich hat es bereits bei Dyson nicht begeistert. Da wurde das Licht auf einen sehr flachen Streifen gebündelt und Proscenic zentriert das Licht mittig, um einen kräftigen Lichtstrahl zu erzeugen.

Ja, der Staub ist damit etwas besser zu erkennen, aber eine gute LED-Beleuchtung erzielt einen ähnlichen Effekt, leuchtet den gesamten Bereich aber deutlich besser aus.

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich eine gute weiße Beleuchtung bevorzugen. Schließlich sauge ich den gesamten Boden und suche den Schmutz nicht, um ihn einzusaugen.

Der Proscenic P12 und die Haare

Ebenso wirbt Proscenic mit einer patentierten Anti-Verhedderungs-Walzenbürste mit einer V-förmigen Bürste. Dass sie tatsächlich das Nonplusultra gegen aufgewickelte Haare ist, kann ich nur bedingt bestätigen.

Beim Hanf-Test (als Ersatz für lange Haare) ist auf jeden Fall zu beobachten, dass der aufgewickelte Hanf nach innen befördert wird und sich dort zentriert. Gelöst und eingesaugt wird er jedoch nicht.

Nach zwei Tagen intensiver Nutzung muss ich aber auch sagen, dass kaum Haare an der Bürste zu sehen sind. Lediglich links und rechts am Ende der Bürste, befinden sich 2-3 Haare. Es ist allerdings schwer zu sagen, wie viele tatsächlich eingesaugt wurden.

Reinigung des Proscenic P12

Um Platz und Gewicht zu sparen, geht der Trend bei Akku-Staubsaugern dahin, die Staubbox nicht als einzelnes und abnehmbares Teil zu gestalten. Vielmehr ist sie ein tragendes Teil des gesamten Aufbaus.

So ist es auch beim Proscenic P12. Die Staubbox befindet sich direkt am Griffstück und hält gleichzeitig das Saugrohr. Das heißt, sie kann nicht einfach abgenommen werden. Dazu muss erst das Saugrohr entfernt werden.

Da ist es von Vorteil, dass sie sich auch im eingebauten Zustand öffnen lässt, auch wenn ich die Box generell lieber abnehme und im Freien leere. Aber wie gesagt, auch das geht.

Gut gefällt dabei, dass sich die beiden Filter oberhalb befinden und jederzeit gereinigt werden können, ohne die gesamte Staubbox zu zerlegen.

Für eine gründliche Reinigung kommt man aber nicht drumherum, in die Staubbox zu greifen, um das Innenleben zu entnehmen. Dann lässt sich aber wirklich alles zerlegen und abwaschen.

Auf einen negativen Punkt muss ich an der Stelle noch hinweisen. Laut Hersteller hat die Staubbox ein Fassungsvermögen von 1,2 Liter. Das ist verhältnismäßig viel und hat mich stutzig gemacht.

Also die Staubbox auf die Küchenwaage, Leergewicht eingestellt und Wasser bis zur Max-Markierung aufgefüllt. Die Küchenwaage zeigt 512 g also rund 500 ml. Das klingt für einen Akku-Staubsauger deutlich realistischer.

Fazit: Akku-Staubsauger Test Proscenic P12

Der Proscenic P12 ist kein High-End-Staubsauger mit übermäßiger Saugleistung. Aber das ist nicht schlimm und darf man in der Preisklasse sicher auch nicht erwarten.

Trotzdem hebt er sich zum Teil deutlich von anderen Akku-Staubsaugern dieser Preisklasse ab. Die Saugleistung ist gut, die weichen Bürsten prädestinieren ihn aber nicht gerade für dichte und flauschige Teppiche.

Deutlich wohler fühlt sich der Proscenic auf Laminat, wobei kleine Teppiche oder Abtreter sicher kein Problem sind.

Beim Saugen in Ecken sollte man sich jedoch angewöhnen, die Ränder mit der Vorderkante abzusaugen. Hier reicht die Saugkraft weit über den Rand hinaus, seitlich nicht ganz bis an den Rand heran.

Gut gefällt das verstellbare Saugrohr, was nur sehr wenige bieten. Und noch besser, dass der Verstellmechanismus komplett aus Metall ist.

Auch die Staubbox lässt sich gut handhaben und ebenso schnell ist die Bürste zum Reinigen entnommen.

Besonders positiv sticht aber der HEPA-Filter hervor, zu dem die Klasse HEPA H13 angegeben ist und wozu auch die Filterleistung von 99,99 % passt.

Insgesamt bietet der Proscenic P12 ein gutes Gesamtpaket und in Anbetracht des Preises sogar schon ein sehr gutes.

Akku-Staubsauger Test Proscenic P12

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