Meine Erfahrungen mit dem Engwe EP-2 3.0 Boost: Nein, das wird kein weiterer Testbericht zum Engwe-Bike, sondern eher ein kleiner Einblick in unsere letzte Tour und dabei werde ich natürlich auch ein ein kleines Feedback zum Bike geben.
500 km zeigt der Bordcomputer
Das ist leider eine Lüge. Genau genommen zeigt ein Blick in die App, dass das Engwe EP-2 3.0 Boost jetzt 388,20 km auf dem Tacho hat.
Dieser Wert stimmt jedoch nicht, denn anders als bei einem Auto, lässt sich hier der Tacho auf Null stellen, indem auf Werkseinstellung zurückgesetzt wird. Wirklich gut finde ich das nicht, denn so weiß man bei einem gebrauchten Kauf nie, wie viel der Motor wirklich runter hat.
Für mich war es praktisch, weil ich den Kilometerstand dadurch nach einigen Touren zurücksetzen und testen konnte, wie lange eine Akku-Ladung durchhält.
Da ich den Akku vorher 2x halb leer gefahren und nachgeladen hatte, denke ich, dass man mindestens 100 km auf den aktuellen Stand aufschlagen kann. Also dürften es jetzt etwa 500 km sein.
Knapp 50 km – neben Elbe und Mulde
Nach meinem eigentlichen Test des Bikes wurde es leider ziemlich schnell Winter, arg kalt und nicht wirklich angenehm, um auf dem Zweirad unterwegs zu sein.
Dafür hatten wir dieses Jahr Glück. Bereits Ende Februar änderten sich die Temperaturen und mit 16 °C konnten man bereits von einem angenehmen Wetter reden. Das heißt, die letzten beiden Wochen saßen wir für kleinere Touren fast täglich auf dem Rad.
Das erste Highlight sollte nun eine etwas größere Tour am Wochenende werden, für die wir maximal 50 km eingeplant hatten.
Komoot statt Google Maps
Unsere erste kleine Radtour (26 km) habe ich mit Google Maps geplant und fast hätten wir einfach wieder umgedreht. Google Maps mag als Orientierung sinnvoll sein, für Fahrradtouren durch Gelände ist es jedoch unbrauchbar.
Das erste Problem ist die Tatsache, dass sich am PC erstellte Touren nicht so einfach an das Smartphone schicken lassen. Start- und Zielpunkt passen natürlich aber ändert man einzelne Wege am PC, gehen diese bei der Übertragung verloren.
Dazu kommt, dass die gespeicherten Wege niemand überprüft. Oft standen wir vor einem Wald und Google meinte, dass wir genau diesen Weg nutzen sollen. Nur war dort gar keiner.
Mit etwas Recherche bin ich auf Komoot gestoßen und damit ließ sich genau das machen, was ich wollte – Touren am PC planen und 1:1 in die App auf das Smartphone schicken. Dazu waren bisher alle als befahrbar gekennzeichneten Wege auch tatsächlich befahrbar.
Unsere Radtour durch die Natur
Samstag morgen gegen 10:00 Uhr ging es endlich los und wir starteten in unserem kleinen Vorort von Dessau-Roßlau – in Mosigkau. Bekannt vielleicht durch das Schloss Mosigkau, welches zum UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz gehört.
Über Feldwege und durch den Wald
Unsere erstes Ziel sollte die Elbe in der Nähe der Stadt Aken sein. Denn dort beginnt ein Wanderweg, der durch das Biosphärenreservat Mittelelbe führt und parallel zur Elbe verläuft.
Der Weg dorthin war größtenteils unbefestigt, führte über Ackerwege und durch einen kleinen Wald. Der Wald erwies sich als etwas problematisch, da ein paar Wege durch Forstfahrzeuge aufgewühlt waren.
Mit dem Engwe EP-2 3.0 Boost hatte ich allerdings weniger Probleme, als meine Frau mit ihrem Cannondale Mavaro SL 1. Aber klar, es ist ja auch nicht für das Gelände gemacht.
Weitere Probleme gab es für uns beide, weil ein Bereich des Waldes wegen Munitionsfunde gesperrt war. Auf dem Weg hätte wir sicher durchfahren können, aber Umfahren war auch kein Problem und sicherer – daher etwa 1,2 km mehr.
Von Aken zum Dessauer Kornhaus
Mit dem Erreichen von Aken (nur die äußerste Grenze der Stadt), wurden die Wege dann offiziell und extra als Wander- und Radwanderwege ausgelegt.
Nach weiteren 2,5 km (insgesamt 11,6 km) haben wir endlich die Elbe erreicht. Traumhaftes Wetter, keine Häuser, keine Autos, nur ein paar sehr wenige Radfahrer, die Elbe und tolle Natur.
Die Wege waren teilweise unbefestigt und teilweise gepflastert. Alles gut zu fahren, kein Gepolter und sofern niemand von vorn kommt, kann man bequem auch (zu zweit) nebeneinander fahren.
Geplant war, dass wir gegen 12:00 Uhr das Kornhaus in Dessau erreichen. Mit 21,6 km etwa die Hälfte der Strecke und Zeit, etwas zu essen.
So ganz hat der Plan leider nicht funktioniert, denn wir haben vergessen, dass offiziell noch Winter ist. Eigentlich wäre es viel zu kalt und es wären ganz sich nicht so viele Menschen hier. Somit hatte auch nichts geöffnet und wir mussten auf Essen verzichten
Weiter ohne Bilder und App Komoot
Und dann gab es da noch ein weiteres Problem – Navigation frisst Akku. Wer hätte das gedacht, aber nach zwei Stunden Dauerdisplay mit Navigation, Sprachansage und ein paar Fotos meldete sich der Energiesparmodus. Damit hat niemand gerechnet.
Das heißt, vom zweiten Teil der Strecke gibt es keine Bilder mehr und wir mussten mehr nach Gefühl statt nach App fahren. Aber kein Problem, denn den nächsten Teil ging es über ausgeschilderte Radwanderwege. und den letzten Rest der Strecke kannten wir bereits.
Die nächsten 3,3 km führte uns am Wallwitzsee und der Wallwitzburg vorbei und dann zur Mulde und der Jagdbrücke. Dann weitere 4 km neben der Mulde an Waldersee vorbei, in den Vorderen Tiergarten und zur Alleebrücke über die Jonitzer Mulde.
An dieser Stelle haben wir beschlossen, einen Abstecher in die Dessauer City zu machen und dort ein Fischbrötchen zu essen. Etwas Verpflegung braucht man schließlich. Damit allerdings auch einen extra Weg von 2,2 km.
Zurück auf der ursprünglichen Route ging es über einen gut ausgebauten Radwanderweg bis zu Muldebrücke, durch die Bauhaussiedlung in Dessau-Törten, am Bahnhof Dessau-Süd vorbei und dann durch die “Speckinge” nach Dessau-Kochstedt.
Eine letzte Pause am Eiscafé Quark o lino und natürlich ein kleines Eis, bis es dann die letzten 3,4 km nach Hause ging. Komoot gibt für die Route 45,2 km an, während meine Uhr und Fitness-App auf 47,4 km kommt.
Wer möchte, kann sich die Route hier ansehen: “45 km Aken, Elbe, Kornhaus, Wallwitzburg, Mulde, Kochstedt, Mosigkau”
Meine Erfahrungen mit dem Engwe EP-2 3.0 Boost
Nachdem ich bereits zwei längere Touren (50 km und 47 km) mit dem Engwe EP-2 3.0 Boost weg habe und insgesamt 500 km gefahren bin, möchte ich meine ersten Erfahrungen zusammenfassen.
Der erste Eindruck zum Bike war super, da die Qualität trotz des recht günstigen Preises gepasst hat und die Leistung echt überraschte.
Ein paar Zweifel kamen auf, als bereits nach 42 km eine Pedale den Dienst quittierte. Beide wurden gegen ein paar neue für 24 € getauscht und seit dem konnte ich nicht einen weiteren Defekt feststellen.
Oh ja, der Hintern
Klar, nach 30 – 40 km fängt der Hintern an zu schmerzen. Allerdings bin ich auch noch nicht der trainierte Radler und ich denke, dass ist völlig normal. Der breite Sitz passt jedenfalls zum Bike und ist ziemlich weich.
Nach wie vor gefällt die extrem gute Leistung und der Boost, der bei kurzen Anstiegen (Brücken) hilft. Allerdings greift er für mich etwas spät und man sollte die Taste bereits vor dem Anstieg drücken.
Ebenso schade finde ich, dass es nur sieben Gänge gibt. Bin ich mit meiner Frau auf gerade Strecke unterwegs, fahren wir etwas über 20 km/h. Da benötige ich schon einen Pedalschlag mehr, obwohl die Leistung für einen höheren Gang da wäre.
Insgesamt kann ich sagen, dass sich an meinem ersten Testergebnis absolut nichts geändert hat. Alles was mir da gefallen hat, gefällt mir weiterhin und auch meine Verbesserungswünsche haben sich nicht geändert.
Meine Erfahrungen mit dem Engwe EP-2 3.0 Boost sind weiterhin positiv und kann meinem ersten Testbericht nichts mehr hinzufügen.
Warum kein USB?
Die letzte große Tour hat gezeigt, wie sehr die Navigation den Akku des Smartphones aussaugt und wer das nicht bedenkt, ist schnell aufgeschmissen.
Das kuriose dabei ist, dass man die ganze Zeit auf einem riesigen Akku sitzt. Es ist so viel Energie da und das Handy bekommt nichts. Als würde man auf einer Wasserflasche reiten und verdursten.
Ich weiß nicht, wie es bei anderen E-Bikes und Pedelecs aussieht, aber warum gibt es eigentlich keinen USB-Anschluss, über den das Smartphone auf den Akku zugreifen kann?
Es wäre doch technisch keine Herausforderung, den Bordcomputer mit einem USB-C Anschluss auszustatten. Ich habe mir jetzt noch eine Rahmenfahrradtasche bestellt, um in Lenkernähe meine Litheli-Akkus nutzen zu können.
Video zur Fahrradtour

Als gelernter Facharbeiter für Zerspanungsmechanik, Hausbauer und ambitionierter Heimwerker, habe ich als Ausgleich viel Zeit im Internet verbracht, Bosch bei der Moderation seiner Heimwerker-Community unterstützt, ein Bautagebuch geführt und meinen Heimwerker-Blog veröffentlicht.
Heimwerker.de erkannte meine Talente und holte mich als Redakteur für Fachbeiträge und Testberichte ins Boot. Nach und nach wurde Heimwerker.de schließlich zu meinem Baby, um das ich mich liebevoll gekümmert habe. Aber Babys werden groß und gehen ihre eigenen Wege. So wie ich jetzt als freier Redakteur (hauptsächlich) für Testberichte.




















